Editorial Newsletter März 2022

„Wir haben alle unsere eigene Geschichte, wie wir zu den Naturwissenschaften und speziell zur Materialwissenschaft gekommen sind. Ich wollte mich nach dem Abitur nicht entscheiden müssen, ob ich einen theoretischen Weg in die Physik oder einen praktischen Weg in den Maschinenbau einschlagen sollte. An dieser Stelle war ich sehr froh über die Materialwissenschaft, die aufgrund ihrer Interdisziplinarität mir beides ermöglicht hat. Ohne einen persönlichen Kontakt hätte ich dieses Fach wohl nicht für mich entdeckt.“

Katharina Bollmann und Manuel Best

Erinnern Sie sich auch noch an Ihre Geschichte, Ihren beruflichen Weg in die MatWerk-Community? Die einleitenden Gedanken zum diesmaligen Editorial von Katharina Bollmann, Bundessprecherin der Jung-DGM-Ortsgruppen, machen deutlich: Nachwuchsförderung braucht persönliche Unterstützung und Vorbilder.

Die Aneignung und der mündige Umgang mit Wissen sind eine essenzielle Voraussetzung, um den Herausforderungen der Zukunft auf allen gesellschaftspolitischen Ebenen begegnen zu können. Diese Entwicklung muss frühzeitig verwurzeln, um später ausreichend Früchte zu tragen. Im Studiengang Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zeichnet sich bundesweit in den letzten fünf Jahren eine rückläufige Tendenz der Studierendenzahl ab. Das Beispiel am Studienstandort Saarbrücken macht deutlich: Während sich im Wintersemester 2016/2017 60 Studienanfänger*innen für das Fach immatrikulierten, zählt das Wintersemester 2021/2022 nur noch 23 Neuzugänge. Die sinkende Studienanfängerzahl hat auch Einfluss auf die Aktivität und Reichweite der Jung-DGM-Ortsgruppen. Trotz finanzieller Unterstützung seitens der DGM mangelt unseren vereinsaktiven Jung-Wissenschaftler*innen an personellem Neuzugang, um Veranstaltungen und Vereinsaktivitäten für Studierende vor Ort zu organisieren.

„Wie werden wir wieder Nachwuchs für die Arbeit in der Jung-DGM gewinnen können?“ –Diese zentrale Frage will das zehnköpfige Kernteam der Jung-DGM vom 16. bis 19. Juni 2022 in Koblenz in einer Klausurtagung diskutieren. Ziel der dreitägigen Veranstaltung ist es, Ideen, crossmediale Konzepte und Vor-Ort-Veranstaltungen zu entwickeln, um die Sichtbarkeit der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an Universitäten wieder zu erhöhen. Manuel Best, Bundessprecher der Jung-DGM, bekräftigt dahingehend noch einmal, dass gerade in neuen Formaten und Medien wie Podcasts, Schulbesuche und Events für Schüler*innen ein großes ungenutztes Potenzial ruht, um die Begeisterung für MatWerk bei einem jüngeren Publikum zu wecken.

Hierin stimmt auch die DGM ein und befürwortet und unterstützt das im März erschienene Positionspapier „Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer“. Aufgesetzt von den fünf großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften (Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo), Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)) fordert  die Stellungnahme eine zeitgemäße Unterrichtsentwicklung in einer digitalisierten Welt, qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungen für naturwissenschaftliche und teschnische Lehrkräfte im Rahmen des Lernens der Unterrichtentwicklung an Schulen. Um das Niveau in den naturwissenschaftlichen Schulfächern nachhaltig und qualifizierten Nachwuchs sichern zu können, bedarf es qualifizierter Angebote, Fachkräfte sowie finanzieller und organisatorischer Sicherheiten. 

„Die Last muss auf mehreren Schultern verteilt sein“, weiß auch Katharina Bollmann. Ihre Bitte: „Konventionelle Ansätze und kreative Ideen mit Potential, die Sichtbarkeit unseres Fachs sicherlich auch bis in die Schulen steigern, gibt es viele. Doch brauchen Schulbesuche, Herstellung von Experimentiersets und Podcasts mehr Engagierte. Wir suchen MatWerker*innen, die diese Ideen mit uns umsetzen.“

Wenn auch Sie sich aktiv und kreativ einbringen möchten im Bereich der Nachwuchsförderung, Anregungen oder Gesprächsfragen haben, zögern Sie nicht. Eine E-Mail an bundessprecher@jungedgm.de macht den Anfang.

Wir, der DGM e.V., und die die Jung-DGM freuen sich auf Sie.

 

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