Editorial Newsletter April 2022

„Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren guten Tag hat.“ Diese Aussage von Konrad Adenauer ist tiefgründiger, als es im ersten Moment erscheint, da sie nicht nur die Zufriedenheit und Freude der Person widerspiegelt, die eine Ehrung erfährt, sondern auch vom Ehrenden hinsichtlich der Personenauswahl Gerechtigkeit fordert.

Die DGM vergibt 13 Preise, von denen vier im Zusammenhang mit Tagungen bzw. von anderen Institutionen vergeben werden.

Bei den übrigen 9 Preisen, die insbesondere den Teilnehmenden der DGM-Mitgliederversammlung gut bekannt sind, wurden bisher die Nominierungen von zwei Preiskomitees dem Vorstand vorgeschlagen, der diesen Vorschlägen in der Regel folgt. In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder mal evolutionäre Änderungen bei den Preisen, beispielsweise dergestalt dass neue Preise eingeführt wurden, um möglichst alle Stadien des wissenschaftlichen Wirkens abzudecken, oder dass die Zusammensetzung der Komitees besser an die Mitgliederstruktur angepasst wurde. Nicht zuletzt getriggert durch die thematische Verbreiterung des von der DGM vertretenen Fachgebiets (man denke nur an die verschiedenen Werkstoffklassen) haben Beirat und Vorstand erkannt, dass eine grundsätzliche Änderung in der Praxis der Auswahl der Nominierungen aus den eingegangenen Vorschlägen sinnvoll ist. Mit dem Auftrag, die Auswahl und die Vergabe der DGM-Preise transparenter und erkennbar objektiv zu gestalten, wurde eine 16-köpfige Arbeitsgruppe „Preise“ eingesetzt, die in zwei sehr ergiebigen und durch Kreativität gekennzeichneten Sitzung im Dezember 2020 und im April 2021 Vorschläge für den Vorstand erarbeitete, die dieser nach ausgiebiger Diskussion verabschiedete. Ohne auf Details einzugehen (das würde den Rahmen eines Editorials sprengen), will ich im Folgenden die wichtigsten Änderungen wiedergeben.

Die beiden Preiskomitees wurden aufgelöst und durch ein Preiskuratorium ersetzt, das maximal 10 Personen umfasst, wobei der DGM-Geschäftsführer ständiges Mitglied ist. Das Preiskuratorium (PK) soll aus Personen aus der Industrie, der Akademien und der Wissenschaft zusammengesetzt sein und  jüngere und ältere DGM-Mitglieder umfassen. Auch der Nachwuchs soll im PK vertreten sein; Präsidium und Vorstandsmitglieder dürfen dem PK nicht angehören. Über die Ehrenmitgliedschaft und die Ehrenpräsidentschaft - falls es diese irgendwann wieder mal geben sollte – entscheidet der Vorstand direkt ohne Zuarbeit durch das PK. Die Vorschläge für die Preiszuerkennung der übrigen 7 Preise müssen jeweils bis spätestens 31. Dezember jedes Jahres durch Einreichen eines ausgefüllten Templates (Nominierungs-Template.pdf (dgm.de)) (mit Anlagen) bei der DGM-Geschäftsstelle erfolgen, was die Vergleichbarkeit der Vorschläge sicherstellen soll.

Die Erarbeitung der Nominierungen für den Vorstand durch das PK erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Im ersten Schritt (jeweils im Februar) bewertet jedes PK-Mitglied individuell nach Durchsicht aller eingereichten Vorschläge mit einem Punktesystem online und anonym die Vorgeschlagenen entsprechend der für die verschiedenen Preise gültigen Kriterien. Diese Beurteilungen werden dann von der Geschäftsstelle zusammengefasst und dienen als Grundlage für die Festlegung der Nominierungen, die im zweiten Schritt bei einer Sitzung des PK im März erfolgt. Die endgültige Entscheidung über die Preisträgerinnen und Preisträger obliegt dann dem Vorstand in seiner Sitzung im April, auf welcher der Sprecher/die Sprecherin des PK die im PK getroffenen Auswahl vorstellt und begründet.

Ich kann nachvollziehen, wenn Sie jetzt denken: „Das ist aber kompliziert!“. Aber ich bin überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt! Schließlich wollen wir die Besten für die DGM-Ehrungen auswählen und damit das Ansehen der DGM erhöhen und ihren Wirkungsbereich in Forschung und Praxis vergrößern. Den ersten Durchlauf hat das oben beschriebene Procedere bereits erfolgreich hinter sich bringen können. Am 23. März tagte das zurzeit 9 Personen umfassende PK (davon 4 Frauen) zum ersten Mal und konnte aus den erfreulich vielen Vorschlägen (Ein ganz herzlicher Dank geht an dieser Stelle an die Vorschlagenden!) auf der Basis der individuellen Vorbeurteilungen in einer sehr einvernehmlichen, konstruktiven und effektiven Sitzung die Nominierungen erarbeiten. Ohne zweistufiges Verfahren hätten wir das nur schwerlich hinbekommen, da im Vorfeld für das individuelle Ranking jedes PK-Mitglieds – man höre und staune - 126 Dokumente (oder 61 MB) durchzuarbeiten waren.

Wer das Rennen gemacht hat, können Sie am einfachsten beim DGM-Tag erfahren und erleben. Ich überlasse es Ihrer persönlichen Einschätzung, ob wir der geforderten Gerechtigkeit aus dem eingangs zitierten Ausspruch von Konrad Adenauer gerecht werden konnten.

Ihr

Hans-Jürgen Christ

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