Editorial Newsletter Mai 2022

"Auf einer sonnigen Plaza Freund*innen und Kolleg*innen treffen, die Sommerabende durchquatschen, tagsüber Inspirationen aufsaugen und Ideen gedanklich durchspielen ..." klingt nach Sommer und Ferienzeit, oder? Doch Dr. Anja Waskes Eindrücke beschreiben nicht ihr letztes persönliches Urlaubserlebnis, sondern die familiäre Atmosphäre bei der „3. Fachtagung Werkstoffe und Additive Fertigung“ in Dresden. Die DGM-Fachtagung fand vom 11. bis zum 13. Mai 2022 als hybride Veranstaltung am Deutschen Hygiene-Museum in der sächsischen Landeshauptstadt statt.

Warum diese Tagung zur ADDITIVEN FERTIGUNG? Warum gerade JETZT? Und warum in DRESDEN? Mit diesen drei Denkanstößen eröffnete Prof. Dr. Christoph Leyens, Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS und Technische Universität Dresden, die für viele der Anwesenden erste Präsenztagung seit Beginn der Pandemie. Die Plenarvorträge, Highlight-Vorträge und der intensive fachliche Austausch während der Vortragsveranstaltung sowie beim geselligen Zusammensein an den Abenden ließen schnell Antworten finden.

Die Zukunft ist additiv. Eine Herstellung von Werkstoffen ist ohne Additive Fertigung möglich, nicht aber die Additive Fertigung ohne Werkstoffe. Das immense Potenzial der Materialkunde, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik liegt darin, Innovationsgeber für anwendungsorientierte Projekte in Wirtschaft und Industrie zu sein, „um reale Probleme zu lösen“, sagt Dr. Sarah Fischer, Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, mit Nachdruck in ihrem flammenden Plädoyer zu Beginn ihres Highlight-Vortrags zu Eröffnung der Tagung. Denn die Anforderungen der Industrie an die Forschung sind hoch. Die Komplexität von Bauteilen und deren Funktionsintegration und die kostengünstige Herstellung hochwertiger Bauteile in Industriequalität bedürfen ein tiefgreifendes Verständnis für Materialen und Werkstoffe.

Machine Learning und computerbasierte Datenerhebungs- und Fertigungsverfahren bieten uns als Forschende insbesondere JETZT die Möglichkeit, Materialien neu (kennen) zu lernen und die Materialpalette zu erweitern, um bestehende Restriktionsverfahren in der Entwicklung, Fertigung und Qualitätssicherung durch adäquate Standardisierungen zu ersetzen. Durch die enge wissenschaftliche Kooperation und Vernetzung mit forschungsstarken außeruniversitären Partnern ist DRESDEN im Bereich der Additiven Fertigung einer der stärksten Wissenschaftsstandorte Europas.

Nicht nur im engeren, sondern auch im weiteren Sinne machte die Fachtagung in Dresden wieder greifbar, was die DGM als Verein und Fachgesellschaft in den letzten zwei Pandemiejahren beschäftigt hat. So zeigte sich die Veranstaltung „Additive Fertigung“ laut Meinung der Teilnehmenden ausgesprochen jung und feminin. Sowohl unter den Referierenden als auch den Zuhörenden machte sich ein höherer Frauenanteil deutlich sichtbar. Platz eins und drei der Postersession ging an die Forscherinnen M.Sc. Marie-Noemi Bold und Dipl.-Ing. Katharina Gabrysiak.

Von den rund 260 angmeldeten Gästen waren rund zwei Drittel der Teilnehmenden vor Ort und ein Drittel online anwesend. Daran, dass das Präsenztreffen „wie eine Befreiung aus den letzten zwei Jahren“ gewesen ist, so Dr. Jörg Kaspar, Leiter der Gruppe Werkstoff- und Schadensanalytik am Fraunhofer IWS Dresden, besteht kein Zweifel. Dr. Anja Waske bringt es auf den Punkt:  

Wie sehr dieser eigentlich selbstverständliche Teil unseres Berufs zwei Jahre lang gefehlt hat: diese besondere kreative Stimmung, in die man nur auf einer Tagung kommt, die vielen neuen Impulse, die man mit anderen durchdenken kann, die eigene Arbeit anhand neuer Erkenntnisse reflektieren und sich von der Begeisterung der anderen mitreißen lassen.

Liebe MatWerk-Community, lassen Sie uns diesen frischen Schwung mit in die folgenden Monate des Jahres 2022 nehmen. Lassen Sie sich mitreißen, die Möglichkeit zur Teilnahme an Präsenzveranstaltungen zu nutzen oder aber auch zur Online-Teilnahme.  Dahingehend richtet die DGM auch einen expliziten Dank an die Schirmherren der Veranstaltung, Prof. Dr. Leyens und den Programmausschuss. Durch Ihr Engagement ist die „3. Fachtagung Werkstoffe und Additive Fertigung“ sowohl vor Ort als auch digital zu einem großen Erfolg geworden.

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