Review: Lunch Talk - Was sind für die DGM wichtige Themen für die nächsten 5 Jahre?

Stahl, Nachwuchs und nachhaltige Formen des Austauschs in der DGM – Diese vier Themen kam auf den Tisch in einer Stunde Lunch Talk am 4. November 2022.

Eröffnet wurde die allen DGM-Mitgliedern offenstehende Diskussionsrunde am Freitagmittag von der DGM-Doppelspitze, Präsidentin Prof. Dr. Martina Zimmerman und Präsident Prof. Dr. Gerhard Schneider. Beide wechselten direkt aus der DGM-Vorstandssitzung in Siegburg, an der u.a. neben dem Geschäftsführer Dr. Stefan Klein auch die Vize-Präsident*in Prof. Dr.-Ing. Martin Heilmaier und Prof. Dr.-Ing. Birgit Skrotzki teilnahmen, in den dieses Mal hybrid durchgeführten Lunch Talk. Die Frage an die Community: „Was sind für die DGM wichtige Themen für die nächsten 5 Jahre?“

Vor allem der Schwerpunkt Nachwuchs dominierte inhaltlich und zeitlich die Agenda des Talks. Prof. Dr. Alexander Hartmaier, Lehrstuhl Werkstoffmechanik an der Ruhr-Universität Bochum, bestätigt aus dem Hochschulalltag: „Das Hauptproblem derzeit ist der Rückgang der Studierendenzahlen im MINT-Bereich, wobei eine Großzahl der Studienabgänger*innen englischsprachig sind“. Welche Rolle sollte dem internationalen Nachwuchs zukommen? Was bedeutet das langfristig für die DGM, wenn der Verein vermehrt englischsprachige Angebote aufsetzt?

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müssen die Jung-DGM, die MatWerk-Community und Vertreter*innen aus der Industrie Ideen entwickeln, um Zugangsbarrieren für fremdsprachige Nachwuchskräfte zu senken. „Die deutsche Industrie ist im Ausland immer noch DAS Aushängeschild“, so Prof. Dr. Dierk Raabe, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH. Die Teilnehmenden plädieren für eine übergeordnete, öffentlichkeitswirksame Strategie. Dr. Jens Eichler, 3M Deutschland GmbH, dazu: „Um junge Menschen für die Materialwissenschaften zu begeistern, sollten wir nicht den Werkstoff in den Mittelpunkt stellen, sondern Materialinnovation mit ihrem gesellschaftspolitischen und sozialen Mehrwert“. Aus dem Auditorium pointiert Prof. Dr. Horst Biermann, TU Bergakademie Freiberg: „Werde Teil der Zukunft bzw. werde Teil der Lösung“ – Unser Slogan, um junge Menschen für die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zu begeistern?

Die Industrievertreter*innen stimmen an diesem Punkt in die Diskussion ein. Die DGM könnte mit ihren ureigenen Themen im Kontext von Nachhaltigkeit, Recycling, Simulation, Wasserstoff-Versprödung etc. die Image-Aufwertung des Werkstoffs unterstützen, schlägt Prof. Dr. Raabe vor. Vor allem die durch die DGM geleistete Netzwerkarbeit muss hier noch mehr Bedeutung zukommen in den nächsten fünf Jahren.

Durch den regen Austausch im Auditorium verblieben nur noch wenige Minuten, um ein weiteres Anliegen ausführlicher zu diskutieren. ‚Kann die DGM sich über die fachlichen Inhalte hinaus auch in sozialen Projekten engagieren‘ – ein interessanter Perspektivwechsel, der in dieser Form kein vordergründiges Vereinsziel darstellt. Der Hinweis könnte zukünftig beispielweise bei DGM-Veranstaltungen berücksichtigt werden, Stichwort „Foodsharing“ als Teil des Event-Caterings.

Die DGM dankt allen Teilnehmenden für den überwältigenden interaktiven Austausch zum letzten Lunch Talk 2022. Haben Sie Vorschläge, Ideen und Anregungen – wir freuen uns auf Ihre Nachricht: dgm@dgm.de

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