Um Produkte wirtschaftlich und prozesssicher herzustellen, braucht es ein Verständnis dafür, wie Werkstoffverhalten, Prozessbedingungen und Mikrostrukturentwicklung zusammenwirken. Genau hier setzt die zweitägige Fortbildung „Einführung in die Simulation und Optimierung von Umformprozessen“ am 12. – 13. November 2025 an: praxisnah, methodisch fundiert und mit einem klaren Ziel – Simulation als Werkzeug zu nutzen, das wirkt.
Vom Werkstoff zum Prozess
Der erste Tag startet mit einer kompakten Einführung in die physikalischen Grundlagen der Umformtechnik – von Kalt- bis Warmumformung. Danach geht es direkt in die Anwendung: Wie lassen sich Fließkurven aus Versuchsreihen gewinnen? Welche Materialmodelle sind realitätsnah – und trotzdem rechenbar? Und wie beeinflussen Reibung und Wärmeübergang das Ergebnis?
Die Teilnehmenden arbeiten mit konkreten Modellbeispielen und erproben, wie sich Randbedingungen realistisch abbilden lassen. Besonders relevant: die Integration von Mikrostrukturmodellen, etwa zur Rekristallisation oder Kornvergröberung. Denn wer das Gefüge im Blick hat, versteht, was am Ende rauskommt – und warum.
Simulation mit Entscheidungstiefe
Tag zwei verschiebt die Perspektive: Jetzt geht es um gezielte Prozessoptimierung. Dafür stehen zwei Vertiefungen zur Wahl – Massiv- oder Blechumformung. In Gruppen bearbeiten die Teilnehmenden konkrete Aufgabenstellungen mit professioneller Simulationssoftware, analysieren Ergebnisse und diskutieren alternative Lösungsansätze. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf der Softwarebedienung, sondern auf dem methodischen Verständnis: Wie lassen sich inverse Probleme lösen? Welche Vereinfachungen sind zulässig – und wo wird’s kritisch?
Auch die Schädigungsmodellierung wird thematisiert. Denn wer Bauteile auf Dauer belastet, muss wissen, wo die Schwachstellen entstehen – und wie man sie erkennt, bevor sie zum Problem werden.
Austausch auf Augenhöhe
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus Entwicklung, Konstruktion und Forschung, die den nächsten Schritt gehen wollen: von der klassischen Versuch-und-Irrtum-Methode hin zu belastbaren digitalen Vorhersagen. Das Besondere: Eigene Fragen aus dem Arbeitsalltag können eingebracht und mit den Expert*innen des IBF diskutiert werden – direkt, anwendungsnah und ohne Umwege.
Ein Rundgang durchs Versuchsfeld zum Abschluss der Fortbildung zeigt, wie Theorie und Praxis am IBF zusammenspielen – und wie eng digitale und reale Prozesse heute miteinander verzahnt sind.
Melden Sie sich noch heute zur Fortbildung an und seien sie in Aachen dabei.