Auf der diesjährigen ISAF 2025 (International Symposium on Applications of Ferroelectrics) in Graz, Österreich, hielt Prof. Franz Faupel, Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied der International Alliance of Societies for a Sustainable Future (SFS), einen beeindruckenden Plenarvortrag mit dem Titel „Sustainability Crisis and our Responsibility as Scientific Community” (Nachhaltigkeitskrise und unsere Verantwortung als wissenschaftliche Gemeinschaft).
In seinem Vortrag beschrieb Prof. Faupel die Klima- und Nachhaltigkeitskrise als größte Herausforderung für das Überleben der Menschheit und warnte, dass die Grenzen unseres Planeten bereits überschritten seien und die ersten Kipppunkte unmittelbar bevorstehen könnten. Immer häufiger auftretende Dürren, Waldbrände, Überschwemmungen und Stürme seien bereits harte Realität geworden.
Trotz überwältigender wissenschaftlicher Beweise steigen die globalen Treibhausgasemissionen weiterhin exponentiell an. Prof. Faupel wies auf politische, gesellschaftliche und individuelle Hindernisse hin, die wirksame Maßnahmen behindern, und betonte, dass technologischer Fortschritt allein nicht ausreicht, um eine solche systemische Krise zu bewältigen. Er argumentierte, dass ein vollständiger Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie wir denken, handeln und unsere Gesellschaften organisieren, erforderlich ist.
Prof. Faupel hob die besondere Verantwortung der Wissenschaft hervor und forderte Forscher auf, die Dringlichkeit der Krise klar und ehrlich zu kommunizieren – nicht nur gegenüber politischen Entscheidungsträgern, sondern auch gegenüber der breiten Öffentlichkeit.
Im Rahmen dieser Bemühungen stellte er die Arbeit der SFS Alliance vor. Angesichts der Fragilität der aktuellen politischen Strukturen hat sich die Allianz zum Ziel gesetzt, das globale wissenschaftliche Netzwerk – über Disziplinen, Kulturen und Grenzen hinweg – zu mobilisieren, um das Bewusstsein zu schärfen und konkrete Maßnahmen für eine sozioökologische Transformation vorzuschlagen. Die Allianz ist bewusst inklusiv und bringt nicht nur Natur- und Ingenieurwissenschaften, sondern auch Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften und Kunst zusammen.
Der Vortrag von Prof. Faupel fand großen Anklang beim ISAF-Publikum und bekräftigte die Idee, dass wissenschaftliche Zusammenkünfte – auch wenn sie oft technologieorientiert sind – den breiteren gesellschaftlichen Kontext und die ethische Verantwortung der Forschung nicht außer Acht lassen dürfen.