Bericht zur Online-Sitzung des Fachausschusses Circular Materials der DGM

Am 22. August 2025 fand die Online-Sitzung des Fachausschusses Circular Materials der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) statt. Unter der Leitung von Prof. Beck und Dr. Gramlich versammelten sich Expert*innen aus verschiedenen Branchen, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich zirkuläre Materialien auszutauschen. Im Fokus der Sitzung stand ein Vortrag von Theresa Aigner vom Fraunhofer IZM, der einen fundierten Einblick in das hochaktuelle Thema des Digital Product Passports (DPP) der Europäischen Union bot.

Digital Product Passport: Ein Schlüssel für die Kreislaufwirtschaft

Theresa Aigner stellte den aktuellen Stand des DPP vor, der als zentrales Werkzeug zur Förderung einer zirkulären Wirtschaft gilt. Ziel des DPP ist es, entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts umfassende, transparente Daten bereitzustellen – von der Herkunft über die Zusammensetzung bis hin zur Reparatur- und Recyclingfähigkeit. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Materialwissenschaft, insbesondere bei der Integration von Kreislaufwirtschaftsprozessen in die Produktgestaltung.

Spannende Diskussion: Herausforderungen bei der Integration von Materialien

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Besonders im Fokus stand die Frage, wie unterschiedliche Materialien – von komplexen Legierungen bis zu Verbundwerkstoffen – im DPP abgebildet werden können. Die Teilnehmenden diskutierten auch, wie die verschiedenen Phasen eines Produktlebenszyklus, insbesondere die Nutzung und das Recycling, sinnvoll in das System integriert werden können. Dies betraf nicht nur die technischen Herausforderungen, sondern auch Fragen zur Datenqualität und der praktischen Umsetzung in der Industrie.

Materialwissenschaft und Kreislaufwirtschaft: Ein dringendes Thema

Die Sitzung verdeutlichte die Dringlichkeit, der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle in der Materialwissenschaft zuzuweisen. Der steigende Materialverbrauch und der zunehmende Einsatz versorgungskritischer Metalle in Zukunftstechnologien machen eine nachhaltige Nutzung und Wiederverwertung von Rohstoffen unerlässlich. Dies betrifft nicht nur die Entwicklung neuer Recyclingtechnologien, sondern auch die Materialgestaltung, die Vermeidung von Verunreinigungen und die gezielte Schaffung von Substituenten für kritische Materialien.

Fazit: Zirkuläre Materialsysteme als Schlüssel zur Zukunft

Die Sitzung zeigte klar, dass die zirkuläre Materialwirtschaft nicht nur eine Herausforderung, sondern eine große Chance für die Materialwissenschaft darstellt. Der Digital Product Passport könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, Produkte und Materialien nachhaltig zu gestalten und in den Kreislauf zurückzuführen. Prof. Beck kündigte am Sitzungsschluss an, dass der Fachausschuss die offenen Fragen weiterhin intensiv bearbeiten werde.