Wir stellen den DGM-Nachwuchspreis 2025 vor, mit dem herausragende Doktorand*innen ausgezeichnet werden, deren Abschluss zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Diese prestigeträchtige Auszeichnung ist Nachwuchswissenschaftler*innen gewidmet, die sich in der gemeinnützigen Forschung auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik verdient gemacht haben. Die DGM gratuliert Frau Dr.-Ing. Swathi Naidu Vakamulla Raghu, Universität Siegen, zum DGM-Nachwuchspreis 2025.
1) Sie haben Ihren Weg von Indien über Japan und Belgien bis nach Deutschland geführt – und dabei immer im Bereich innovativer Materialien gearbeitet. Wie sind Sie ursprünglich zur Materialwissenschaft gekommen, und wie hat sich daraus Ihr heutiger Forschungsschwerpunkt auf nanostrukturierte Zirkondioxid-Beschichtungen entwickelt?
Es mag albern klingen, aber es liegt an den Zeichentrickfilmen, die ich als Kind gesehen habe. Ich liebte Dexters Labor, die Powerpuff Girls – was auch immer. Es fühlte sich an, als wäre die Wissenschaft eine Supermacht, und Materialien waren der greifbare Weg, sie zu manifestieren! Und was Zirkonoxid betrifft, nun ja, genau das geschah gerade. Wir kannten andere Ventilmetalle wie Titandioxid und begannen von dort aus mit der Erforschung. Das Interessante ist nicht das Zirkonoxid selbst, sondern die Anodisierung und die tiefenabhängige Informationsexploration mit ToF-SIMS, die zu vielen weiteren spannenden Entdeckungen führte.
2) Ihre Arbeiten zu bioresponsiven Nanomaterialien haben nicht nur wissenschaftliche Bedeutung, sondern auch großes Anwendungspotenzial, etwa bei Zahnimplantaten. Was reizt Sie besonders daran, Forschungsergebnisse in die medizinische Praxis zu bringen – und welche Hürden gibt es dabei?
Die Arbeit an bioresponsiven Nanomaterialien bedeutet für uns nicht nur faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse – wir entwickeln auch Werkzeuge, die die Heilung verbessern, Komplikationen reduzieren und die Lebensqualität der Patienten steigern können. Doch der Weg vom Labor in die Klinik ist alles andere als geradlinig. Die Skalierbarkeit stellt eine große Hürde dar – was im Labor funktioniert, lässt sich nicht immer auf die Massenproduktion oder Langzeitstabilität im Körper übertragen. Zudem gibt es regulatorische Herausforderungen bei der Bewertung neuer Konzepte. Es ist ein langer Weg, aber wir sind hoffentlich auf dem richtigen Weg.
3) Sie leiten heute eine Nachwuchsgruppe und betreuen Studierende. Was motiviert Sie, Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen weiterzugeben – und welche Fähigkeiten möchten Sie jungen Forschenden besonders vermitteln?
Ich arbeite gerne mit Studierenden, weil sie die Menschen sind, mit denen ich in Zukunft zusammenarbeiten werde – als Kollegen. Ich investiere also in gewisser Weise egoistisch und trage zum Wohle der Allgemeinheit bei. Die Fähigkeit, auf die ich mich konzentriere, sowohl für sie als auch für mich selbst, ist die Fähigkeit zur Reflexion – immer wieder nach dem „Warum“ zu fragen, bis es einfach nicht mehr geht. Diese Art des Denkens schafft Tiefe, Klarheit und echte Erkenntnisse für einen selbst und die Wissenschaft!
Wir gratulieren Frau Dr.-Ing. Swathi Naidu Vakamulla Raghu nochmals herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und würdigen sie gemeinsam mit den weiteren Preisträger*innen im Rahmen des DGM-Tags 2025.