Permanentmagnete sind wesentliche Komponenten in vielen Schlüsseltechnologien, von der Elektromobilität über erneuerbare Energiesysteme bis hin zur fortschrittlichen Sensortechnik. Ihre Entwicklung und nachhaltige Nutzung hängen von einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Anwendung ab. Das Plenarprogramm der Magnettage 2026 bringt führende Stimmen zusammen, um einen umfassenden Überblick über dieses dynamische Feld zu geben.
Prof. Dr. Dagmar Goll (Hochschule Aalen) und Prof. Dr. Carlo Burkhardt (Hochschule Pforzheim) eröffnen das Programm mit Vorträgen zu aktuellen magnetischen Forschungsaktivitäten, wobei sie sowohl grundlegende Studien als auch anwendungsorientierte Ansätze beleuchten.
Prof. Dr. Oliver Gutfleisch (Technische Universität Darmstadt) wird Permanentmagnete aus wissenschaftlicher Perspektive betrachten und dabei Materialinnovationen und Leistungsverbesserungen diskutieren. Dr. Matthias Katter (VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG) wird anschließend Einblicke aus industrieller Sicht geben und veranschaulichen, wie Forschung in die Großserienfertigung und Produktentwicklung einfließt.
Die Anwenderperspektive wird von Dr. David Schuller (ZF Friedrichshafen AG) vorgestellt, der aktuelle und zukünftige Anforderungen an Permanentmagnete in Mobilitätsanwendungen skizziert. Ergänzend dazu untersucht Dr. Bernd Grieb (ppm materials GmbH) die globale Ressourcenlage bei Seltenerdelementen und konzentriert sich dabei auf Versorgungsrisiken und mögliche strategische Antworten.
Recycling und Ressourceneffizienz sind zentrale Themen der gesamten Konferenz. Laura Grau, Laurence Schieren und Stefan Rathfelder (Hochschule Pforzheim) stellen innovative Recyclingkonzepte vor – von Standardisierungsansätzen über das Dual-Loop-Recycling mit Zitronensäure bis hin zur Herstellung anisotroper Permanentmagnete aus recycelten Materialien.
Anwendungsspezifische Lösungen und fortschrittliche Charakterisierungsmethoden werden von Marius Böttle (Hochschule Aalen) vorgestellt, der sich auf Magnete mit reduzierter Materialkritikalität konzentriert, sowie von Dominic Hohs, der Einblicke in magnetische Mikroskopietechniken geben wird. Schließlich wird Andreas Jansche (Hochschule Aalen) die Rolle des maschinellen Lernens bei der Entwicklung neuer Permanentmagnetmaterialien untersuchen.
Die Plenarvorträge spiegeln die Breite und Tiefe des Fachgebiets wider und bieten ein Forum für wissenschaftlichen Austausch und strategische Diskussionen, die sowohl das technologische Potenzial als auch die materiellen Herausforderungen thematisieren.
Die Magnettage 2026 finden an der Hochschule Aalen im Osten Baden-Württembergs statt. Die Hochschule ist bekannt für ihr starkes Profil in der angewandten Forschung, während die Stadt Aalen eine einzigartige Kulisse bietet, die Geschichte, Technologie und Lebensqualität vereint. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich.