Hochschulpraktikum „Wasserstoff in Metallen“: Grundlagen, Mechanismen und Schadensbewertung

Das Hochschulpraktikum „Wasserstoff in Metallen“ am 10. und 11. Februar 2026 in Bochum vermittelt das zentrale Know-how, das für den sicheren Umgang mit wasserstoffbelasteten Werkstoffen notwendig ist. Die Teilnehmenden erhalten einen klar strukturierten Überblick über Aufnahmeprozesse, Schädigungsmechanismen und Bewertungsmethoden inklusive praxisnaher Beispiele aus der industriellen Anwendung.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger für eine klimaneutrale Zukunft. Gleichzeitig stellt er metallische Werkstoffe vor besondere Herausforderungen, die ohne fundiertes Verständnis zu schwer erkennbaren und mitunter gravierenden Schäden führen können. Das Hochschulpraktikum bietet hierzu einen systematischen Einstieg und verbindet Grundlagenwissen mit praxisorientierten Fallstudien. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr.-Ing. Michael Pohl und Dr.-Ing. Jens Jürgensen von der Ruhr-Universität Bochum, deren Expertise den fachlichen Rahmen des Praktikums prägt. 

Im Fokus stehen zunächst die physikalischen und werkstoffwissenschaftlichen Grundlagen der Wasserstoffaufnahme in Metalle. Die Teilnehmenden lernen, wie Wasserstoff in das Gitter eindringt, welche Mikrostrukturen besonders empfindlich reagieren und welche Legierungsparameter das Verhalten beeinflussen. 

Darauf aufbauend werden die Mechanismen der Wasserstoffversprödung im Detail vorgestellt. Behandelt werden sowohl klassische Versprödungsphänomene als auch wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion, zeitverzögerte Rissbildung und Schäden, die in Fertigungsprozessen entstehen können. Die strukturierte Darstellung der Ursachen hilft dabei, typische Schadensbilder gezielt einzuordnen. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse und Prävention. Das Seminar führt in Methoden der selektiven Wasserstoffanalyse ein, erläutert Prüfstrategien unter Wasserstoffeinfluss und zeigt Wege zur Reduktion von Wasserstoffeinträgen, etwa beim Schweißen oder in Beschichtungsprozessen. Fraktographische Untersuchungen und der Vergleich der Beständigkeit verschiedener Metalle in Druckwasserstoff runden diesen Bereich ab. 

Praxisbeispiele veranschaulichen, wie eine systematische Schadensbeurteilung aufgebaut wird und welche typischen Fehlerquellen in der Praxis auftreten. Teilnehmende erwerben damit ein Werkzeugset, das direkt in der Entwicklung, im Betrieb oder in der Qualitätssicherung genutzt werden kann. 

Das Hochschulpraktikum richtet sich an Ingenieur*innen, Konstrukteur*innen, Anlagenbetreiber*innen, Hersteller, Prüf- und Werkstoffinstitute sowie Fachkräfte der Qualitätssicherung. Wer Werkstoffe unter Wasserstoffbelastung bewertet, Bauteile auslegt oder Schadensfälle untersucht, findet in Bochum eine kompakte und wissenschaftlich fundierte Weiterbildung, die einen schnellen Transfer in die Praxis ermöglicht.

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