Erfolgreiches DGM-Webinar – Gefahr im Unsichtbaren: Wasserstoffversprödung und ihre schädigende Wirkung auf Metalle

Unsichtbar, aber folgenreich – Wasserstoff kann metallische Werkstoffe im Inneren erheblich schwächen. Im DGM-Webinar „Gefahr im Unsichtbaren: Wasserstoffversprödung und ihre schädigende Wirkung auf Metalle“ am 14. November 2025 zeigte Dr.-Ing. Jens Jürgensen, wie sich dieses Phänomen erkennen, bewerten und beherrschen lässt. Die hohe Beteiligung aus Industrie und Forschung verdeutlichte, wie dringlich belastbare Erkenntnisse für sichere Anwendungen in einer wasserstoffbasierten Energiewelt geworden sind.

Grundlagen der Wasserstoffversprödung
Mit 132 Teilnehmenden aus Industrie und Forschung zeigte die Veranstaltung, wie relevant das Thema im Kontext der Energiewende geworden ist. Wasserstoff bietet vielfältige Chancen, stellt metallische Werkstoffe jedoch zugleich vor anspruchsvolle Herausforderungen, die ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen erforderlich machen. 

Zu Beginn des Webinars wurde die Grundlage der Wasserstoffversprödung erläutert. Dr.-Ing. Jürgensen zeigte, wie Wasserstoff die mechanischen Eigenschaften metallischer Werkstoffe verändert, welche Versagensmechanismen auftreten können und warum selbst duktil erscheinende Materialien plötzlich zu verformungslosem Bruch neigen. Dieser Überblick bot eine solide Basis für die anschließenden vertiefenden Inhalte. 

Prüf- und Analysemethoden im Überblick
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf Prüf- und Analysemethoden. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in etablierte und neuere Messverfahren, die den Nachweis und die Quantifizierung von Wasserstoff ermöglichen. Besonders hilfreich war die Einordnung, welches Verfahren für welche Fragestellung geeignet ist und wie die Ergebnisse in sicherheitsrelevante Entscheidungen einfließen können. 

Werkstoffauswahl und Legierungsstrategien
Auch die Werkstoffauswahl wurde eingehend diskutiert. Moderne Forschungsergebnisse zeigten, wie sich Materialien gezielt für den Einsatz in wasserstoffhaltigen Umgebungen auswählen lassen und welche Legierungsstrategien aktuell vielversprechend sind. Für Unternehmen bietet dieses Wissen eine wichtige Grundlage, um Bauteile langfristig zuverlässig auszulegen und unerwartete Schäden zu vermeiden. 

Sicherheit und Risikominimierung
Darüber hinaus wurden sicherheitsrelevante Aspekte und Strategien zur Risikominimierung vorgestellt. Die Teilnehmenden erhielten klare Orientierungspunkte, wie sich die Zuverlässigkeit von Komponenten steigern lässt – von der Materialauswahl über die Bauteilgestaltung bis hin zu Prüf- und Wartungskonzepten. 

Aktuelle Entwicklungen und Diskussion
Zum Abschluss gab Dr.-Ing. Jürgensen einen Überblick über aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Technik. Neue Erkenntnisse aus Modellierung, Charakterisierung und Anwendungspraxis zeigten, wie dynamisch sich das Feld derzeit weiterentwickelt. 

Die anschließende Diskussion unterstrich das hohe Interesse der Fachcommunity. Viele Fragen bezogen sich auf konkrete Einsatzszenarien, industrielle Herausforderungen und die Übertragbarkeit von Laborergebnissen in den praktischen Betrieb. 

Mit diesem Webinar bot die DGM eine informative und praxisorientierte Veranstaltung, die grundlegende Zusammenhänge verständlich darstellte und gleichzeitig einen fundierten Blick auf aktuelle Forschungslinien und sicherheitsrelevante Fragestellungen ermöglichte.

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