Den Auftakt der Sitzung bildete eine persönliche Begrüßung der insgesamt 18 Teilnehmenden, gefolgt von einer kurzen Vorstellungsrunde. Besonders erfreulich war, dass erneut neue Fachkolleg*innen zur Mitarbeit im Arbeitskreis gewonnen werden konnten. Zur besseren Vernetzung wurde – wie in der letzten Sitzung beschlossen – die Teilnehmendenliste um E-Mail-Adressen ergänzt.
Dr. Sören Müller (TU Berlin) berichtete im Anschluss von der jüngsten Sitzung des DGM-Fachausschusses „Strangpressen“, die am 24. und 25. September 2025 bei der STEP/G in Vogt stattfand. Dort wurde er zum neuen Fachausschussleiter gewählt. Für das kommende Jahr wird derzeit noch ein gastgebendes Unternehmen gesucht. Darüber hinaus wurde erneut der Vorschlag diskutiert, die Arbeitskreise „Schwermetall“ und „Aluminium“ künftig gemeinsam tagen zu lassen, um Synergien zu nutzen und den fachlichen Austausch zu intensivieren. Die Mitglieder des AK „Schwermetall“ signalisierten grundsätzlich ihre Bereitschaft, an einer solchen Zusammenlegung mitzuwirken. Herausforderungen bestehen jedoch in der organisatorischen Umsetzung, insbesondere aufgrund der dann zu erwartenden hohen Teilnehmendenzahl.
Ein zentrales Element des Programms war die Vorstellung der cunova GmbH durch Stefan Kern. Das Unternehmen mit rund 700 Mitarbeitenden präsentierte seine Fertigungsschwerpunkte, Produktbereiche und Anwendungsfelder. Die Teilnehmenden erhielten einen umfassenden Einblick in die industrielle Praxis eines führenden Herstellers von Kupferhalbzeugen und Spezialkomponenten.
In seinem anschließenden Vortrag gab Dr.-Ing. Andreas Abel einen Überblick über die Entwicklung des Fachausschusses Strangpressen, der vor über 60 Jahren als Reaktion auf die wachsende technische Bedeutung stranggepresster Leicht- und Schwermetallprofile gegründet wurde. Seither hat sich der Ausschuss als kontinuierliche Plattform etabliert, die Industrie und Wissenschaft erfolgreich miteinander verbindet.
Dr.-Ing. Sören Müller stellte in einem weiteren Beitrag ein aktuelles Forschungsprojekt zur berührungslosen, emissionsgradunabhängigen Temperaturmessung von Aluminium vor. Die dabei eingesetzte Ulbricht-Kugel homogenisiert die abgestrahlte Wärme und ermöglicht so eine präzise Oberflächentemperaturbestimmung – unabhängig vom Emissionsgrad. Perspektivisch sollen die bisherigen Erkenntnisse auch auf Kupferlegierungen übertragen werden. Das Projekt wird gemeinsam vom Forschungszentrum Strangpressen Berlin und der Firma Optis durchgeführt. Interessierte aus dem AK „Schwermetall“ sind eingeladen, sich als potenzielle Anwendungspartner in die Projektarbeit einzubringen.
Mit einem praxisnahen Vortrag über die Zusammensetzung und Wirkung moderner Schmierstoffe rundete Prof. Dr.-Ing. Joachim Schulz (ML LUBRICATION GmbH) das Vortragsprogramm ab. Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie sich durch gezielte Kombination von Grundölen und Additiven die Leistungsfähigkeit von Schmierstoffen auf spezifische Anforderungen in Maschinen- und Fertigungsprozessen abstimmen lässt.
Im Anschluss an die Vorträge führte Stefan Kern die Gruppe durch die Produktionsbereiche von cunova. Ausgestattet mit Schutzausrüstung erhielten die Teilnehmenden einen detaillierten Einblick in die Fertigung von Kupferprofilen und Hohlleitern – vom Strangpressprozess bis hin zur kaltumformtechnischen Weiterverarbeitung. Die Führung bot anschauliche Eindrücke der betrieblichen Abläufe und wurde durch fachkundige Erläuterungen ergänzt. Ein gemeinsames Gruppenfoto dokumentierte das gelungene Treffen.
Bereits fest eingeplant ist die nächste Sitzung des Arbeitskreises am 10. Juni 2026 in Berlin. Anlass ist das 40-jährige Jubiläum des Strangpresszentrums Berlin, das mit einer Jubiläumsfeier am 11. Juni begangen wird. Auch das übliche Vorabendtreffen ist vorgesehen. Für die Sitzung im zweiten Halbjahr 2026 hat sich zudem die Otto Fuchs KG bereit erklärt, die Ausrichtung zu übernehmen.
Abschließend sei dem Team der cunova GmbH – insbesondere Stefan Kern und Sandra Riehemann – für die reibungslose Organisation und gastfreundliche Betreuung gedankt. Ebenso gilt der Dank allen Vortragenden, die mit ihren Beiträgen maßgeblich zum Gelingen der Sitzung beigetragen haben.