Titan im Fokus: Additive Fertigung und neue Legierungen prägen Sitzung des DGM-Fachausschusses

Die deutschsprachige Titan-Community kam am 27. November 2025 zur jährlichen Sitzung des DGM-Fachausschusses Titan am Institut für Werkstofftechnik der Universität Kassel zusammen. Neben etablierten Themen wie Mikrostruktur-Optimierung und Medizintechniklegierungen rückte insbesondere der 3D-Druck von Titanwerkstoffen in den Mittelpunkt der Diskussionen.

Die hybride Veranstaltung des Fachausschusses Titan bot sowohl in Präsenz als auch online eine Plattform für den fachlichen Austausch zu aktuellen Entwicklungen in der Titanforschung. Wie bereits in den Vorjahren traf sich ein Kreis aus erfahrenen Expert*innen und langjährigen Mitgliedern des Fachausschusses, ergänzt durch eine wachsende Zahl an Nachwuchswissenschaftler*innen – darunter auch Teilnehmende aus dem europäischen Ausland. 

Der Fachausschusssprecher Carsten Siemers eröffnete die Sitzung mit einem Überblick über neue Forschungsaktivitäten und informierte über den Stand der Vorbereitungen zur nächsten internationalen Titankonferenz, Ti-2027, die 2027 von der DGM in Berlin veranstaltet wird. Bereits jetzt liegen zahlreiche Zusagen zur Mitwirkung im National Organizing Committee und zur wissenschaftlichen Begutachtung vor. Das gastgebende Institut stellte im Anschluss seine aktuellen Forschungsarbeiten vor. 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Vorträge standen Entwicklungen rund um die additive Fertigung von Titan. Besonders intensiv diskutiert wurden mikrostrukturelle Untersuchungen an einer α"-Ti-Nb-Legierung, hergestellt mittels PBF-LB/M, sowie die neu entwickelte Legierung Ti-36Nb-2Zr-3Ta-0,3O für die Implantattechnik. Ein wiederkehrendes Thema in mehreren Beiträgen war die martensitische Umwandlung in die α"-Phase und deren Auswirkungen auf die Materialeigenschaften. 

Ein Industrievortrag zu Explosionskenngrößen von Titanpulvern gab zudem praktische Einblicke in Sicherheitsaspekte und Handhabungsempfehlungen für pulverbasierte additive Fertigungsverfahren. Die Relevanz dieses Themas nimmt mit der zunehmenden Etablierung von 3D-gedruckten Titanbauteilen in der Luftfahrt weiter zu. 

Zum Abschluss der Sitzung erhielten die Teilnehmenden eine Führung durch die Laborbereiche des Instituts. Im Fokus stand dabei ein neu installiertes DED-System (Directed Energy Deposition), das mit Draht oder Pulver betrieben werden kann und über eine Synchrotronkopplung zur in-situ-Phasenanalyse verfügt. Durch das flexible Pulvermischsystem lassen sich neue Legierungsvarianten gezielt entwickeln und prozessbegleitend charakterisieren. 

Ausblick:
Die nächste Sitzung des Fachausschusses Titan findet am 25. November 2026 am Department of Materials Engineering der KU Leuven (Belgien) statt. Bereits am Vorabend, dem 24. November 2026, ist ein informelles Treffen geplant. Auch im kommenden Jahr wird eine hybride Teilnahme über Videostream möglich sein. Die Sitzung steht allen Interessierten offen – insbesondere auch Mitgliedern anderer Fachgremien der DGM. 

Ein Dank gilt den Organisator*innen, dem Fachausschussleiter Siemers und dem Institut für Werkstofftechnik der Universität Kassel für die Ausrichtung der Veranstaltung.

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