14. Regionalforum Saar: Biobasierte und lebende Materialien. Werkstoffe für eine nachhaltige technische Zukunft

Klimakrise, Ressourcenknappheit und ein gesteigertes Bewusstsein für Gesundheit und Umwelt verändern die Anforderungen an moderne Werkstoffe. Biobasierte und lebende Materialien rücken dabei zunehmend in den Fokus, weil sie Funktionen ermöglichen, die klassische Materialsysteme kaum leisten können. Das 14. Regionalforum Saar nimmt diese Entwicklung am 13. Januar 2026 an der Universität des Saarlandes auf und diskutiert, wie diese Materialklassen zu nachhaltiger Technik und verantwortungsvoll gestalteten Lebensräumen beitragen können. Diese Veranstaltung des DGM-Hub Saar verbindet wissenschaftliche Perspektiven, industrielle Entwicklungen und eine breite Firmen- und Postersession, die das nächste Fachkräftegeneration einbindet.

Die Frage, welche Materialien künftig unsere technischen Systeme, Gebäude und Alltagsprodukte prägen, gewinnt angesichts globaler Herausforderungen erheblich an Bedeutung. Werkstoffsysteme, die auf biologischen Prinzipien beruhen oder lebende Komponenten integrieren, gelten als vielversprechende Antwort auf steigende ökologische Anforderungen. Sie ermöglichen den sparsamen Umgang mit Ressourcen, reduzieren Abhängigkeiten von fossilen Rohstoffen und eröffnen neue Wege für gesundheits- und umweltverträgliche Anwendungen. 

Das 14. Regionalforum Saar widmet sich diesem Themenfeld am 13. Januar 2026 in der Aula der Universität des Saarlandes. Die Veranstaltung führt Fachleute aus Forschung, Industrie und Nachwuchs zusammen und zeigt anhand konkreter Beispiele, welchen Beitrag biobasierte und lebende Materialien für eine nachhaltige technische Entwicklung leisten können.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Perspektive lebender Materialien. Prof. Dr. Wilfried Weber, Geschäftsführung des INM – Leibniz-Instituts für Neue Materialien und Professor an der Universität des Saarlandes, präsentiert diese Werkstoffklasse als Schnittstelle von Biologie und Technik. Lebende Materialien kombinieren klassische Werkstoffe mit Zellen, die auf ihre Umgebung reagieren, sich anpassen oder Strukturen selbstorganisiert ausbilden können. Damit werden Eigenschaften erschlossen, die über die Leistungsfähigkeit herkömmlicher Funktions- oder Strukturwerkstoffe hinausgehen. Anwendungen reichen von selbstheilenden Systemen über adaptive Konstruktionselemente bis zu neuartigen Plattformen für Sensorik und robotische Aktoren.

Eine zweite Perspektive eröffnet Thomas Graf von Fundermax mit einer biofaserbasierten Holzwerkstoffplatte, die ohne synthetische Kunstharze auskommt. Die Platte nutzt holzeigenes Harz als Bindemittel, wird vollständig mit erneuerbarer Energie gefertigt und ist am Ende des Lebenszyklus kompostierbar. Diese Kombination zeigt exemplarisch, wie biobasierte Materialien technische Belastbarkeit, ressourcenschonende Produktion und gesunde Innenraumgestaltung miteinander verbinden können. Besonders im Bausektor, einem der größten Treiber von Material- und Energieverbrauch, gelten solche Ansätze als zentral für zukünftige Transformationsprozesse.

Das Regionalforum bietet neben den Vorträgen auch Raum für fachlichen Austausch und Nachwuchsförderung. Eine Poster-Session von Studierenden und Doktorand*innen der Fachrichtung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik begleitet die Veranstaltung. Die Poster werden zunächst in zwei zeitlich getrennten Sessions präsentiert und durch kurze einminütige Vorstellungsrunden ergänzt. Dies ermöglicht direkte Gespräche mit Vertreter*innen der saarländischen Werkstoffindustrie, die gezielt den Austausch zu Karriereperspektiven und Praktika suchen. Die besten Poster werden prämiert, was zusätzlichen Anreiz für die Nachwuchsforschenden schafft.

Die Veranstaltung startet um 16:30 Uhr. Ab 18.50 Uhr schließt die kombinierte Firmen- und Posterausstellung den Veranstaltungstag ab und schafft eine offene Gelegenheit für vertiefende Gespräche. Moderiert wird das Forum von Prof. Dr. mont. Christian Motz und Prof. Dr.-Ing. Frank Mücklich.

Der Eintritt ist frei. Um eine Anmeldung wird gebeten.
Anmeldung: https://www.uni-saarland.de/fakultaet-nt/regionalforum/anmeldung.html