Laudatio für Prof. Dr. Albert Kneissl
DGM-Ehrenmitgliedschaft 2021

von Prof. Dr. Helmut Clemens

Aufgrund seiner ausgezeichneten Leistungen auf dem Gebiet der Metallkunde und Metallographie sowie in Würdigung seines aktiven Wirkens hat die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. Herrn Prof. Dr. Albert Kneissl die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Albert Kneissl, Jahrgang 1952, hat an der Montanuniversität Leoben Werkstoffwissenschaft studiert und wurde anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Metallkunde und Werkstoffprüfung. Nach seiner Habilitation für das Fachgebiet Metallkunde und diversen Nominierungen in Berufungsverfahren nahm er letztlich die Berufung zum Universitätsprofessor für Metallographie an seiner Universität an, wo er sich schließlich als Vorstand des Lehrstuhls für Metallographie in den Ruhestand versetzen ließ. Unterstützt und umrahmt wurde seine akademische Karriere durch insgesamt etwa zwei Jahre Forschungs- und Lehrtätigkeit als Gastprofessor an mehreren ausländischen Universitäten, hauptsächlich an der University of Pittsburgh, PA, USA, sowie an der Southern Illinois University at Carbondale, USA, an der TU Ostrava, Tschechien, und der Universität Maribor, Slowenien. Des Weiteren war er über drei Jahre Erster Vize-Rektor der Montanuniversität und etwa 10 Jahre als Vorsitzender der Studienkommission für Werkstoffwissenschaft tätig.

Durch seinen akademischen Lehrer, Prof. Roland Mitsche, kam Herr Kneissl bereits frühzeitig mit den Metallographie-Tagungen und der DGM in Berührung. Die Kontakte mit der DGM vertieften sich, als er ab 1986 die Hauptorganisation der Leobener Internationalen Metallographie-Tagungen übernahm. Durch sein kompetentes, freundliches und umgängliches Wesen wurden die ausgezeichneten Verbindungen, die seit Roland Mitsche mit der deutschen Metallographie und der DGM geknüpft und durch Persönlichkeiten wie Prof. Günter Petzow und Prof. Franz Jeglitsch weitergeführt wurden, auch auf die nächste Generation in derselben Intensität übertragen. Seit etwa 30 Jahren gehört Albert Kneissl dem Programmausschuss der deutschen Metallographie-Tagungen sowie dem AK Koordinierung im Fachausschuss Materialographie, vormals Metallographie, an. Nachdem er bereits 8 Jahre als Obmann des ASMET-Metallographie-Ausschusses tätig war, übernahm er von 2006 bis 2010 das Amt des Obmannes des DGM-Fachausschusses Materialographie und intensivierte damit weiterhin die deutsch-österreichische Zusammenarbeit auf dem Gebiet Metallkunde / Metallographie. Prof. Kneissl ist auch nach seinem Übertritt in den Ruhestand weiterhin ein sehr geschätztes Mitglied im DGM-FA Materialographie, im Arbeitskreis Koordinierung sowie im Programmausschuss der Metallographie-Tagungen. Seit vielen Jahren ist er auch Vorsitzender des Preiskuratoriums für die Vergabe des Roland-Mitsche-Preis.

Seine hauptsächlichen Forschungsgebiete waren Monotektische Legierungen, Mikrolegierte Stähle sowie Shape Memory Alloys vor allem auf Ni-Ti-Basis. Seine über 200 wissenschaftlichen Publikationen beschäftigen sich im Wesentlichen mit Gefüge-Eigenschafts-Beziehungen metallischer Werkstoffe, wobei für die Gefügeanalyse Methoden von der klassischen Lichtmikroskopie über die Raster- und Transmissionselektronenmikroskopie bis zur damals noch sehr seltenen Methode der Feldionenmikroskopie und Atomsonde eingesetzt wurden. Herr Kollege Kneissl hat im Laufe seiner beruflichen Karriere eine Vielzahl an Preisen und Auszeichnungen erhalten wie z.B. den Roland-Mitsche-Preis 2004, den Bühlerpreis 2007, den Henry Clifton Sorby Award 2010 der International Metallographic Society und wurde 2010 als Fellow of the ASM (FASM) geehrt. Wie aufgrund der zahlreichen Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte ersichtlich, ist er eine über den deutschen Sprachraum hinausgehende angesehene Persönlichkeit als Wissenschaftler und Hochschullehrer.

Die DGM bringt mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Prof. Kneissl ihre Anerkennung für eine vielschichtige Forschungspersönlichkeit zum Ausdruck, welche sich auch intensiv und aktiv in den Dienst unserer Gesellschaft gestellt hat.

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