Jürgen Rödel, Vorsitzender der SFS Alliance, eröffnete das Webinar und stellte die SFS Alliance vor, deren Vision es ist, ein internationales wissenschaftliches Netzwerk zu etablieren, das die Nachhaltigkeitskrise erkennt, kommuniziert und aktiv daran arbeitet, ihr entgegenzuwirken. das Thema sowie vergangene und zukünftige Veranstaltungen. Anschließend stellte er die Sitzung des Tages und den Hauptredner, Professor Divine Kwaku Ahadzie von der University of Science and Technology in Kumasi, vor.
Im Zentrum des Webinars stand die Notwendigkeit, die vorherrschende Erzählung zu verändern, die Afrikas Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel betont, ohne seine potenziellen Beiträge und Lösungen anzuerkennen. Professor Ahadzie wies darauf hin, dass die vorhandene Literatur oft die Verletzlichkeit Afrikas im Hinblick auf Klimawandelprobleme hervorhebt, jedoch selten Lösungen diskutiert, die Afrika in die globalen Bemühungen integrieren könnten.
Ein weiterer Schwerpunkt war die nachhaltige Bauentwicklung in Afrika, die als Modell für die Welt dienen könnte. Trotz komplexer Herausforderungen und der Notwendigkeit lokalisierter Maßnahmen wurde Afrikas Rolle in der Nachhaltigkeit als entscheidend erachtet. In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit Afrika in globalen wirtschaftlichen und technologischen Forschungsinitiativen von China, Europa und Amerika sichtbar und relevant ist. Oftmals wird Afrika als am stärksten vom Klimawandel betroffen dargestellt, dabei bleiben die wertvollen Einblicke und möglichen Lösungen Afrikas weitgehend unbeachtet.
Das Webinar beleuchtete auch die Notwendigkeit, Afrikas Beiträge zur nachhaltigen Architektur und Infrastrukturentwicklung stärker anzuerkennen. Es wurde auf den Brundtland-Bericht und die erste internationale Konferenz 1994 verwiesen, die die Harmonie zwischen natürlicher und gebauter Umwelt betonten.
Ein kritischer Punkt war, ob die globale Definition von nachhaltiger Entwicklung wirklich inklusiv ist und Afrika als gleichberechtigten Partner einbezieht. Es wurde festgestellt, dass die Stimmen und Probleme der Entwicklungsländer in der globalen Diskussion fast vollständig fehlen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage erörtert, ob das westliche Wachstumsmodell, das weniger umweltfreundliche Praktiken hervorgebracht hat, weiterhin als Maßstab gelten sollte. Stattdessen wurde ein Modell befürwortet, das das menschliche Miteinander mit der Natur neu denkt, inspiriert von afrikanischen Traditionen und Wissen.
Professor Ahadzie betonte, dass Verbesserungen nicht durch das westliche Wachstumsmodell allein erreicht werden können, da dieses zur Zerstörung unserer globalen Umwelt beitragen könnte. Es wurde hervorgehoben, wie wichtig es ist, Afrikas nachhaltige Baulösungen, wie die TEK-Block-Mauer und alternative Bautechnologien (ABTs), in globale Strategien zu integrieren.
Das Webinar schloss mit dem Aufruf, anzuerkennen, dass Afrika eine bedeutende Rolle in der globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung spielt. Afrika bietet einzigartige wissenschaftliche und technologische Lösungen, die helfen können, den Klimawandel zu bekämpfen.
Die regelmäßigen Kurz-Webinare der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM), bieten Ihnen einen Einblick in unsere Themen und Angebote.