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Fort- & Weiterbildung

Mechanische Oberflächenbehandlung

Randschichtzustände gezielt einstellen, Bauteileigenschaften in der Anwendung verbessern

in Planung
Deutsch

Diese Fortbildung vermittelt fundiertes Wissen darüber, wie sich Randschichtzustände gezielt mechanisch einstellen lassen, um Bauteileigenschaften in der jeweiligen Anwendung deutlich zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen die Zusammenhänge zwischen Oberflächenbehandlungsprozess, Randschichtzustand und Bauteilverhalten. Teilnehmende erarbeiten ein belastbares Verständnis dafür, welche Kenngrößen in der Randschicht entscheidend sind, wie sie charakterisiert werden und wie sich daraus prozesssichere Maßnahmen für Auslegung, Fertigung und Qualitätssicherung ableiten lassen. Zu Beginn werden die Grundlagen mechanischer Oberflächenbehandlungen sowie Methoden zur Charakterisierung von Randschichtzuständen behandelt. Darauf aufbauend wird erläutert, wie definierte Randschichtzustände das Verhalten unter schwingender Beanspruchung beeinflussen und welche Mechanismen die Ermüdungsfestigkeit bestimmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Simulation mechanischer Oberflächenbehandlungen. Die Teilnehmenden lernen, wie sich Prozessparameter, Eigenspannungen und Verfestigung rechnerisch abbilden lassen und wie Simulationen die Prozessentwicklung, Parameterauswahl und Bauteilbewertung unterstützen. Das Programm ist so aufgebaut, dass die Inhalte konsequent durch praktische Gruppenphasen ergänzt werden. In mehreren Arbeitssequenzen werden Beispiele gemeinsam bearbeitet, Ergebnisse diskutiert und systematisch auf unterschiedliche Anwendungen übertragen. Dabei stehen am ersten Tag die Verfahren Kugelstrahlen und Festwalzen im Fokus, ergänzt durch alternative Verfahren. Am zweiten Tag werden spezifische Anwendungsfelder vertieft, darunter Federn, Antriebskomponenten, Luft- und Raumfahrtanwendungen sowie Schweißverbindungen. Verschiedene Austauschformate unterstützen den Transfer auf eigene Fragestellungen in der Praxis.

Fortbildungsleitung

  • Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Schulze
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
    CV

Dozenten

  • Prof. Dr. Robert Brandt
    Universität Siegen
  • Dr.-Ing. Stefan Dietrich
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Dr.-Ing. Stefan Guth
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
    CV
  • Wolfgang Hennig
    Rolls-Royce Deutschland Ltd & CO KG
  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hoffmeister
    SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG
  • Dr.-Ing. Oliver Maiß
  • Dr. Daniel Meyer
    Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT
  • Dipl.-Ing. Volker Schneidau
    sentenso GmbH
  • Dr.-Ing. Jan Schubnell
    Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM
  • Prof. Dr. Thomas Ummenhofer
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Programm

24.11.2026 (Dienstag)

09:00
Vortrag
Einführung in die Verfahren der mechanischen Oberflächenbehandlung

Teilnehmende erhalten einen systematischen Überblick über gängige Verfahren der mechanischen Oberflächenbehandlung (u. a. Kugelstrahlen, Festwalzen und alternative Verfahren), deren Wirkprinzipien sowie typische Stellgrößen.

  • Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Schulze
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hoffmeister
    SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG
09:30
Vortrag
Charakterisierung von Randschichtzuständen

Teilnehmende lernen die zentralen Kenngrößen der Randschicht (z. B. Eigenspannungen, Kaltverfestigung, Rauheit) und geeignete Mess- und Bewertungsansätze kennen, damit sie reproduzierbare Spezifikationen ableiten können.

  • Dr.-Ing. Stefan Dietrich
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
10:15
Kaffeepause
Kaffeepause
10:30
Vortrag
Auswirkungen bei schwingender Beanspruchung

Thematisiert wird, wie Randschichtzustände das Ermüdungsverhalten, die Rissinitiierung und die Bauteillebensdauer unter zyklischer Last beeinflussen. Teilnehmende können Beanspruchung und Randschichtwirkung verknüpfen und im Unternehmen gezielt einsetzen.

  • Dr.-Ing. Stefan Guth
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
11:30
Vortrag
Simulation von Mechanischen Oberflächenflächenbehandlungen

Das Modul zeigt, wie Prozessparameter, Eigenspannungszustände und Verfestigung rechnerisch abgebildet und für die Prozessentwicklung genutzt werden können. Teilnehmende lernen, Simulationsergebnisse kritisch zu interpretieren, sodass Unternehmen Parameterfenster effizienter entwickeln und Versuchsaufwand reduzieren können.

  • Dr.-Ing. Jan Schubnell
    Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM
12:15
Mittagspause
Mittagspause und Networking
13:30
Gruppenarbeit
Praktische Gruppenarbeit Teil 1
14:30
Vortrag
Kugelstrahlen

Behandelt werden Wirkmechanismen, typische Prozessstellgrößen und Qualitätsmerkmale des Kugelstrahlens mit Blick auf Randschichtzustand und Bauteileigenschaften. Teilnehmende können Parameterwirkungen besser abschätzen und im Unternehmen Strahlprozesse zielgerichtet zur Lebensdauersteigerung einsetzen.

  • Dipl.-Ing. Volker Schneidau
    sentenso GmbH
15:15
Vortrag
Festwalzen

Erläutert wird, wie Festwalzen Oberflächen glättet, verfestigt und Eigenspannungen beeinflusst und welche Randbedingungen dabei entscheidend sind. Teilnehmende können das Verfahren anwendungsorientiert auswählen, sodass Unternehmen Ermüdungsrisiken in kritischen Zonen senken.

  • Dr.-Ing. Oliver Maiß
    Ecoroll AG Werkzeugtechnik
16:00
Kaffeepause
Kaffeepause
16:15
Gruppenarbeit
Praktische Gruppenarbeit Teil 2
17:15
Vortrag
Alternative Verfahren zur mechanischen Oberflächenbehandlung

Vorgestellt werden ergänzende mechanische Verfahren, wie Laser Peening, Oberflächenhämmern und weitere Verfahren sowie Kriterien für Auswahl und Abgrenzung zu Kugelstrahlen und Festwalzen. Teilnehmende gewinnen Orientierung in der Auswahl und Anwendbarkeit geeigneter Verfahren, sodass Unternehmen für Geometrien, Werkstoffe oder Randbedingungen passende Prozessrouten identifizieren können.

  • Dr. Daniel Meyer
    Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT
19:00
Abendessen
Gemeinsames Abendessen

25.11.2026 (Mittwoch)

08:30
Vortrag
Mechanische Oberflächenbehandlungen von Federn

Behandelt werden Anforderungen, typische Schadensbilder und geeignete Oberflächenbehandlungen für Federanwendungen. Teilnehmende können Maßnahmen zur Erhöhung der Betriebsfestigkeit ableiten, sodass Unternehmen Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Federbauteilen verbessern.

  • Prof. Dr. Robert Brandt
    Universität Siegen
09:15
Vortrag
Mechanische Oberflächenbehandlungen von Antriebskomponenten

Das Modul adressiert randschichtbezogene Anforderungen an hochbeanspruchte Antriebsteile und den Zusammenhang zwischen Prozessführung und Bauteilfunktion. Teilnehmende können Anwendungen besser bewerten, sodass Unternehmen Bauteilfestigkeiten, Verschleiß, Effizienz und Ausfallrisiken gezielter beeinflussen können.

  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hoffmeister
    SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG
10:00
Kaffeepause
Kaffeepause
10:15
Gruppenarbeit
Praktische Gruppenarbeit Teil 3
11:15
Vortrag
Mechanische Oberflächenbehandlungen von Luft- und Raumfahrtanwendungen

Behandelt werden anwendungstypische Anforderungen an Prozessstabilität, Bauteilsicherheit und Nachweisführung bei sicherheitskritischen Komponenten für die Anwendung in der Luft- und Raumfahrt. Teilnehmende können Anwendbarkeit, Parameterwahl und Prozessergebnis besser bewerten und Behandlungen effektiver im Unternehmen einführen.

  • Wolfgang Hennig
    Rolls-Royce Deutschland Ltd & CO KG
12:00
Mittagspause
Mittagspause und Networking
13:15
Gruppenarbeit
Praktische Gruppenarbeit Teil 4
14:15
Vortrag
Mechanische Oberflächenbehandlungen bei Schweißverbindungen

Thematisiert werden Kerbwirkung, lokale Eigenspannungen und geeignete Oberflächenbehandlungen zur Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit von Schweißkonstruktionen. Teilnehmende können Nachbehandlungsstrategien ableiten, sodass Unternehmen Schadensrisiken senken und Bauteile robuster auslegen.

  • Prof. Dr. Thomas Ummenhofer
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
15:00
Vortrag
Austausch zu Anwendungsfragen aus dem Kreis der Teilnehmer

Fragestellungen aus dem Kreis der Referenten und Teilnehmer werden strukturiert diskutiert und mit Methoden und Kriterien aus der Fortbildung verknüpft. Teilnehmende erhalten konkrete Entscheidungsimpulse, sodass Unternehmen Lösungen schneller in Projekte, Spezifikationen oder Prozesspläne überführen können.

16:30
Vortrag
Abschlussbesprechung
  • Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Schulze
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hoffmeister
    SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG

Gezielte mechanische Oberflächenbehandlungen wie Kugelstrahlen und Festwalzen verbessern Randschichtzustände und damit Lebensdauer, Zuverlässigkeit und Performance Ihrer Bauteile.
Hier sind einige Gründe, warum Ihr Unternehmen von einer tieferen Kenntnis in diesem Bereich profitieren wird:

  • Verfahrensüberblick: Lernen Sie die typischen Verfahren zur mechanischen Oberflächenbehandlung sowie deren Wirkprinzipien kennen.
  • Charakterisierung der Randschicht: Bestimmen Sie Eigenspannungen, Verfestigung und Oberflächenzustand, um Oberflächenbehandlungen zuverlässig bewerten zu können.
  • Schwingfestigkeit: Verstehen Sie, wie Randschichtzustände Rissstart und Ermüdung beeinflussen, um Ausfälle zu reduzieren und Bauteile robuster auszulegen.
  • Simulation und Prozessentwicklung: Nutzen Sie Modelle zur Parameteroptimierung, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Versuchsaufwand zu senken.
  • Anwendung Federn und Antrieb: Übertragen Sie die Methoden auf typische industrierelevante Bauteile, um deren Eigenschaften zielgerichtet zu verbessern.
  • Anwendung Schweißverbindungen und Luft- und Raumfahrt: Lernen Sie die Anwendung der Verfahren beim Schweißen sowie hochwertigen Bauteilen der Luft- und Raumfahrt kennen.
  • Praktische Arbeit an Bauteilen und Maschinen: Lernen Sie in 4 Gruppenarbeiten typische Oberflächenbehandlungsprozesse und Charakterisierungstechniken kennen und übertragen Sie diese auf Ihre Anwendung.
  • Diskutieren Sie Ihre konkrete praktische Anwendung/Problemstellung mit Expert*innen.

Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Unternehmen technologisch weiterzuentwickeln und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen!

Die Fortbildung eignet sich für:

  • Wissenschaftler*innen sowie Ingenieur*innen und Techniker*innen, die in der Forschung und Entwicklung sowie der industriellen Fertigung, Prozess- und Qualitätskontrolle tätig sind.
  • Führungskräfte und Vertriebsmitarbeiter*innen mit technischem Grundverständnis, die in diesem oder einem verwandten Bereich tätig sind und von einer werkstofforientierten Weiterbildung profitieren möchten.
  • Personen mit technischem Grundverständnis, die an einer Weiterbildung in diesem oder einem verwandten Bereich interessiert sind und von einer Werkstoffperspektive profitieren möchten.
  • Techniker*innen in den Bereichen Qualitätskontrolle, Labor, Werkstoffprüfung oder Feldprüfung, die die Erkenntnisse für ihre praktische Arbeit nutzen möchten.

Die Fortbildung findet am KIT in Karlsruhe statt.

Buchen Sie Ihre Anreise mit dem DB Fortbildungs-Ticket

Wir nehmen die Gesundheit aller Teilnehmenden und Mitarbeitenden sehr ernst. Bei der Buchung bitten wir Sie, unsere Sicherheitsmaßnahmen zur Kenntnis zu nehmen und einzuhalten. Wir danken Ihnen!