Alles auf einen Blick · Alle Fort- und Weiterbildungsangebote der DGM Akademie 2026 und 2027

Details
Neu ab 2026
Fort- & Weiterbildung

Magnesium und Magnesiumlegierungen

Magnesium verstehen, verarbeiten, anwenden

Wann

25.11. 09:00 - 26.11.2026 15:15

Wo

Freiberg

Sprache

Deutsch

Zertifikat

nach Teilnahme

Magnesium – die Diva der Metalle: Leicht, anspruchsvoll und mit großem Leichtbau-Potenzial. Als der leichteste metallische Konstruktionswerkstoff eröffnet Magnesium erhebliche Möglichkeiten im Leichtbau, insbesondere in Bereichen wie der Automobilindustrie, Luftfahrt und Elektronik. Doch Magnesium stellt aufgrund seiner besonderen Eigenschaften auch hohe Anforderungen an die Verarbeitung, Sicherheit und Prozessführung. Wer Magnesium richtig nutzen will, braucht spezielles Know-how und ein gutes Gespür für die geeigneten Fertigungstechnologien und Verfahren. Die zweitägige Veranstaltung bietet einen praxisorientierten, fundierten Überblick über alle relevanten Bereiche, von der Werkstofftechnik und Metallurgie bis hin zu modernen Fertigungstechnologien wie CONFORM. Die Teilnehmenden erhalten tiefgehende Einblicke in Gieß-, Umform- und Fügeverfahren und erlernen, wie sie Magnesium optimal verarbeiten können. Die Inhalte verbinden grundlegende Werkstoffwissenschaften mit industriellen Anwendungen und decken zentrale Themen wie Gießen, Gießwalzen, Walzen, Schmieden, Blechumformung, Fügen und Korrosionsschutz ab. Durch diese praxisnahe Wissensvermittlung werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, Magnesium effizient und sicher in ihren Produktionsprozessen zu integrieren und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Die Fortbildung richtet sich an Ingenieur*innen, Techniker*innen sowie Fach- und Führungskräfte aus der Industrie und Forschung, die ihr Wissen zu Magnesiumwerkstoffen und deren Verarbeitung gezielt vertiefen möchten.

 

Fortbildungsleitung

  • Prof. Dr.-Ing. Ulrich Prahl

    Prof. Dr.-Ing. Ulrich Prahl

    Acatrain e.V.

  • Dr.-Ing. Madlen Ullmann

    Dr.-Ing. Madlen Ullmann

    Technische Universität Bergakademie Freiberg

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Magnesium ist ein Leichtmetall mit großem Potenzial für den Leichtbau, stellt jedoch hohe Anforderungen an Verarbeitung und Sicherheit. 
Hier sind einige Gründe, warum Ihr Unternehmen von einer tieferen Kenntnis in diesem Bereich profitieren wird:

  • Grundlagen der Werkstofftechnik: Erlernen Sie die den grundlegenden Aufbau und die resultierenden Eigenschaften von Magnesium und seiner Knet- und Guss-Legierungen.
  • Metallurgie und Recycling: Informieren Sie sich über metallurgische Verfahren zur Primär- und Sekundärherstellung und lernen Sie, wie Sie geschlossene Stoffkreisläufe realisieren.
  • Gießtechnologie: Erhalten Sie einen Überblick über Druck-, Kokillen- und Stranggussverfahren sowie über das Gießwalzen und stellen Sie definierte Halbzeuge her.
  • Umformtechnologien: Lernen Sie, wie Sie durch Walz-, Strangpress- oder Schmiedeprozesse hochwertige Halbzeuge herstellen und die Mechanismen dahinter verstehen.
  • Füge- und Trenntechnologien: Erfahren Sie die Besonderheiten beim Schweißen, Schrauben und Kleben von Magnesium, um optimale Ergebnisse in Ihrer Produktion zu erzielen.
  • Korrosion und Korrosionsschutz: Verstehen Sie die Korrosionsmechanismen bei Magnesium und lernen Sie wirksame Schutzmaßnahmen, z.B. Oberflächenbehandlung kennen.
  • Anwendungen in der Industrie: Erfahren Sie, wie Magnesium in verschiedenen Industrien wie Automobil, Luftfahrt und Elektronik effektiv eingesetzt werden kann.
  • Diskutieren Sie Ihre konkrete praktische Anwendung/Problemstellung mit Expert*innen.

Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Unternehmen technologisch weiterzuentwickeln und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen!

 

Wo liegen aktuell die größten praktischen Probleme in der Industrie in diesem Themenfeld?

Die Herausforderungen beginnen häufig bereits bei der Auswahl einer geeigneten Magnesiumlegierung für die jeweilige Anwendung und den vorgesehenen Fertigungsprozess. Hinzu kommen enge und werkstoffspezifische Prozessfenster beim Umformen, Gießen, Zerspanen und Fügen, die sich nicht einfach von Aluminium übertragen lassen. Besonders anspruchsvoll sind zudem der Korrosionsschutz in Mischbauweisen, die realistische Bewertung von Brand- und Zündrisiken sowie die werkstoffgerechte Bauteilauslegung unter Berücksichtigung von Anisotropie, Temperaturabhängigkeit und mechanischen Eigenschaften. Fehlendes Prozesswissen führt deshalb teilweise dazu, dass Magnesium trotz technischer Vorteile gar nicht erst als Werkstoffoption geprüft wird.

Welche typischen Fehler oder Fehleinschätzungen sehen die Referenten regelmäßig?

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Magnesium verhalte sich im Wesentlichen wie leichteres Aluminium und bestehende Fertigungsprozesse könnten direkt übernommen werden. Ebenso werden Werkstoffe teilweise allein anhand von Datenblattkennwerten ausgewählt, während konkrete Belastungen, Fertigungsbedingungen und Bauteilgeometrien zu wenig berücksichtigt werden. Korrosion wird mitunter erst über eine nachträgliche Beschichtung adressiert, während Brennbarkeit und Prozesssicherheit teilweise grundsätzlich überschätzt werden. Auch die Wirtschaftlichkeit wird häufig zu früh negativ bewertet, weil notwendige Anpassungen bereits in Werkstoffauswahl und Konstruktion nicht berücksichtigt wurden.

Wo entstehen in der Praxis reale Kosten, Zeitverluste oder Qualitätsrisiken?

Eine ungeeignete Werkstoffauswahl oder nicht angepasste Prozessparameter können zu Rissbildung, Werkzeugproblemen, Ausschuss und aufwendiger Nacharbeit führen. Fehler beim Korrosionsschutz oder bei Mischbauweisen und Fügeverbindungen erhöhen zusätzlich das Risiko von Reklamationen und vorzeitigem Bauteilversagen. Werden Sicherheitsanforderungen oder werkstoffspezifische Eigenschaften erst spät berücksichtigt, können Änderungen an Bauteil, Werkzeug und Fertigungsprozess notwendig werden. Umgekehrt entstehen auch wirtschaftliche Nachteile, wenn aus Unsicherheit auf Magnesium verzichtet wird, obwohl der Werkstoff für die Anwendung technisch und wirtschaftlich geeignet wäre.

Was kann eine Teilnehmerin bzw. ein Teilnehmer nach der Fortbildung messbar besser als vorher?

Die Teilnehmenden können Magnesiumlegierungen gezielter auswählen und ihre Eignung für konkrete Anwendungen und Fertigungsverfahren fundierter beurteilen. Sie können Prozessrisiken beim Umformen, Gießen, Zerspanen und Fügen sowie Korrosions- und Brennbarkeitsrisiken realistischer einschätzen und geeignete Maßnahmen ableiten. Typische Fehler in Werkstoffauswahl, Konstruktion und Prozessauslegung können dadurch früher erkannt werden. Zudem können bestehende Prozesse gezielter optimiert, Entwicklungsversuche effizienter geplant und die technische sowie wirtschaftliche Eignung von Magnesium besser bewertet werden.