Alles auf einen Blick · Alle Fort- und Weiterbildungsangebote der DGM Akademie 2025 und 2026 in einem Flyer

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Die pulvermetallurgischen Verfahren vereinigen hervorragende Formgebungsmöglichkeiten zu wirtschaftlichen Bedingungen mit ausgezeichneter Homogenität der Bauteile. Im Automobil- und Maschinenbau sind sie heute als Fertigungsweg vor allem für Massenteile nicht mehr wegzudenken. Aber auch für kleine und mittlere Serien erobern sich innovative, pulverbasierte Verfahren der Additiven Fertigung immer mehr Marktanteile. Pulvermetallurgische Fertigungstechniken haben sich, außer zur wirtschaftlichen Herstellung von hochpräzisen Formteilen und Hochleistungswerkzeugen, auch als der Königsweg zur Entwicklung neuer Werkstoffe oder Materialien mit besonderen Gefügen herausgestellt. Deshalb bilden Werkstoffe mit außergewöhnlichen Gebrauchseigenschaften den zweiten Schwerpunkt der Fortbildung. Als Referenten wurden zu vielen Themen Mitarbeiter aus der Industrie gewonnen, um die Anwendungsaspekte in den Vordergrund zu rücken.

Fortbildungsleitung

  • Prof. Dr. Christoph Broeckmann
    RWTH Aachen University
    CV

Dozent*innen

  • Dr.-Ing. Jürgen Cornelius
    INTECO melting and casting technologies GmbH
    CV
  • Dr. Christian Gierl-Mayer
    Technische Universität Wien
  • Dr. Anke Kaletsch
    CV
  • Prof. Dr. Frank Petzoldt
    Ingenieurbüro Dr. Petzoldt
  • Oliver Schenk (M.Sc.)
    RWTH Aachen University
  • Dr.-Ing. Markus Schneider
    GKN Powder Metallurgy GmbH
  • Dr. Ralph Useldinger
    CERATIZIT Luxembourg S.à r.l.
    CV
  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Weißgärber
    Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
Programm

16.06.2026 (Dienstag)

09:00
Vortrag
Begrüßung und thematische Einführung

Teilnehmende erhalten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen und die historische Entwicklung der Pulvermetallurgie. Sie lernen die wesentlichen Prozesse und Techniken kennen, die in der Pulvermetallurgie zum Einsatz kommen, sowie die verschiedenen Materialien und deren Eigenschaften. Die Einführung umfasst auch eine Betrachtung der aktuellen Markttrends und zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Pulvermetallurgie.

Durch das grundlegende Verständnis der Pulvermetallurgie sind Teilnehmende in der Lage, die Potenziale und Grenzen dieser Technologie für ihr Unternehmen zu bewerten. Sie können fundierte Entscheidungen treffen, welche pulvermetallurgischen Verfahren und Materialien für die Entwicklung und Produktion ihrer Produkte am besten geeignet sind. Dies kann zur Optimierung der Produktqualität, zur Kostenreduktion und zur Erschließung neuer Märkte beitragen.

  • Prof. Dr. Christoph Broeckmann
    RWTH Aachen University
09:10
Vortrag
Verdüsungsverfahren zur Herstellung von Metallpulvern

In diesem Modul werden die Teilnehmenden in die Techniken und Prozesse der Verdüsung zur Herstellung von Metallpulvern eingeführt. Sie lernen die verschiedenen Verdüsungsverfahren kennen, einschließlich Gas- und Wasserstrahlverdüsung sowie Hochdruckverdüsung, und verstehen die grundlegenden Prinzipien jeder Methode. Ein besonderer Fokus liegt auf den Einflussfaktoren auf die Partikeleigenschaften wie Größe, Form, Zusammensetzung und Reinheit. Die Teilnehmenden werden befähigt, die optimale Verdüsungstechnologie für die Herstellung von Metallpulvern für spezifische Anwendungen auszuwählen und zu implementieren.

Unternehmen, die die Verdüsungstechnologie beherrschen, können hochwertige Metallpulver mit maßgeschneiderten Eigenschaften für ihre Produktionsprozesse herstellen. Dies ermöglicht die Entwicklung von innovativen Produkten mit verbesserten mechanischen, thermischen oder elektrischen Eigenschaften. Darüber hinaus können Unternehmen ihre Produktionskosten senken, indem sie auf die Eigenproduktion von Metallpulvern zurückgreifen und die Abhängigkeit von externen Lieferanten reduzieren. Die Kenntnis und Anwendung der Verdüsungstechnologie trägt somit maßgeblich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität des Unternehmens bei.

  • Dr. Jürgen Cornelius
    INTECO melting and casting technologies GmbH
09:50
Vortrag
Moderne Presstechnik – Matrizenpressen

Dieses Modul vermittelt den Teilnehmenden ein tiefgehendes Verständnis für moderne Presstechniken mit Schwerpunkt auf Matrizenpressen in der Pulvermetallurgie. Die Teilnehmenden werden in die Grundlagen der Matrizenpressentechnologie eingeführt und lernen die verschiedenen Arten von Matrizenpressen sowie deren spezifische Anwendungen kennen. Der Kurs behandelt detailliert die Funktionsweise, die Konstruktionsmerkmale und die Prozessparameter, die die Pressleistung und die Qualität der gepressten Teile beeinflussen. Besondere Aufmerksamkeit wird den neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Matrizenpressentechnologie gewidmet.

Unternehmen, die moderne Matrizenpressentechnologien beherrschen, können ihre Produktionsprozesse optimieren und hochwertige PM-Teile mit hoher Genauigkeit und Reproduzierbarkeit herstellen. Durch die effiziente Nutzung von Matrizenpressen können Unternehmen die Durchlaufzeiten verkürzen, die Produktqualität verbessern und die Produktionskosten senken. Darüber hinaus ermöglicht die Anwendung moderner Presstechniken die Herstellung komplexer Bauteile mit präzisen Abmessungen und feinen Strukturen, was zu einem Wettbewerbsvorteil in anspruchsvollen Märkten führen kann.

  • Oliver Schenk
    RWTH Aachen University
10:30
Pause
Kaffeepause
10:50
Vortrag
Grundlagen des Sinterns

In diesem Modul werden die Teilnehmenden in die grundlegenden Konzepte und Verfahren des Sinterns in der Pulvermetallurgie eingeführt. Sie lernen die verschiedenen Stufen des Sinterprozesses kennen, angefangen von der Pulverherstellung über die Kompaktierung bis hin zum Sintern selbst. Der Kurs vermittelt ein Verständnis für die Mechanismen und Einflussfaktoren, die während des Sinterprozesses auftreten, wie beispielsweise Temperatur, Druck, Atmosphäre und Zeit. Darüber hinaus werden die wichtigsten Eigenschaften von gesinterten Bauteilen, wie Dichte, Porosität, Festigkeit und Oberflächenbeschaffenheit, behandelt.

Unternehmen, die die Grundlagen des Sinterns verstehen, können ihre Produktionsprozesse optimieren und hochwertige gesinterte Bauteile herstellen. Durch das fundierte Wissen über die Mechanismen des Sinterns können Unternehmen die Produktqualität verbessern, Ausschussraten reduzieren und die Produktionskosten senken. Darüber hinaus ermöglicht das Verständnis der Sintergrundlagen eine gezielte Prozesssteuerung und die Entwicklung maßgeschneiderter Sinterlösungen für spezifische Anwendungen, was zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation des Unternehmens führt.

  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Weißgärber
    Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
11:30
Vortrag
Sintern von PM-Stählen – Wechselwirkung mit der Atmosphäre

Dieses Modul vertieft das Verständnis der Teilnehmenden über die Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre und dem Sinterprozess von PM-Stählen. Es behandelt die verschiedenen atmosphärischen Bedingungen während des Sinterns und deren Auswirkungen auf die Eigenschaften der gesinterten PM-Stähle. Die Teilnehmenden lernen die Bedeutung von Schutzgasen, Sinteratmosphären und -temperaturen sowie die Rolle von Sinteradditiven bei der Kontrolle von Oxidation, Kohlenstoffgehalt und Mikrostruktur der gesinterten Teile kennen. Zusätzlich werden Strategien zur Optimierung der Sinterprozesse unter Berücksichtigung der Atmosphäre diskutiert.

Unternehmen, die die Wechselwirkung zwischen der Atmosphäre und dem Sinterprozess von PM-Stählen verstehen, können ihre Produktionsprozesse gezielt optimieren und die Qualität ihrer gesinterten Produkte verbessern. Durch die Kontrolle der Sinteratmosphäre und -bedingungen können Unternehmen die Materialeigenschaften ihrer PM-Stähle gezielt beeinflussen, um die Anforderungen spezifischer Anwendungen zu erfüllen. Dies trägt zur Steigerung der Produktqualität, zur Reduzierung von Ausschuss und zur Senkung der Produktionskosten bei, was letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärkt.

  • Dr. Christian Gierl-Mayer
    Technische Universität Wien
12:10
Pause
Mittagspause
13:10
Vortrag
Heißisostatisches Pressen in der Pulvermetallurgie

Die Teilnehmenden verstehen die Grundlagen und technischen Aspekte des Heißisostatischen Pressens (HIP) als Methode zur Verdichtung und Verbesserung der mechanischen Eigenschaften pulvermetallurgischer Bauteile. Es werden die Vorteile von HIP im Vergleich zu traditionellen Sintermethoden sowie die Anwendungsbereiche und Fallstudien diskutiert. Durch die Integration des HIP-Prozesses in die Produktionskette können Unternehmen die Dichte und mechanischen Eigenschaften ihrer Produkte signifikant verbessern. Dies ist besonders wertvoll für hochbelastbare Bauteile in der Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Medizintechnik. Die Fähigkeit, höchste Materialqualitäten zu erreichen, stärkt die Marktposition und Kundenzufriedenheit.

Durch die Integration des HIP-Prozesses in die Produktionskette können Unternehmen die Dichte und mechanischen Eigenschaften ihrer Produkte signifikant verbessern. Dies ist besonders wertvoll für hochbelastbare Bauteile in der Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Medizintechnik. Die Fähigkeit, höchste Materialqualitäten zu erreichen, stärkt die Marktposition und Kundenzufriedenheit.

  • Prof. Dr. Christoph Broeckmann
    RWTH Aachen University
14:00
Pause
Kaffeepause und Transfer/Fahrt zum IWM
14:30
Rahmenprogramm
Praktische Übung
16:30
Rahmenprogramm
Ende des Fortbildungstages
18:00
Rahmenprogramm
Gemeinsames Abendessen

17.06.2026 (Mittwoch)

09:00
Vortrag
Metal Injection Molding - Möglichkeiten und Grenzen

Dieses Modul führt die Teilnehmenden in die Welt des Metal Injection Molding (MIM) ein und untersucht die vielfältigen Möglichkeiten sowie die Grenzen dieses innovativen Fertigungsverfahrens. Die Teilnehmenden lernen die grundlegenden Prinzipien des MIM-Prozesses kennen, einschließlich der Pulverherstellung, Mischung, Formgebung und Sinterung. Es werden die Vorteile von MIM, wie komplexe Geometrien, hohe Präzision und Materialvielfalt, sowie die Herausforderungen, wie Einschränkungen bei der Bauteilgröße, Materialauswahl und Kosten, diskutiert. Darüber hinaus werden Fallstudien und aktuelle Entwicklungen im Bereich MIM vorgestellt.

Die Teilnehmenden erwerben ein fundiertes Verständnis für die Potenziale und Beschränkungen des Metal Injection Molding, was es ihnen ermöglicht, fundierte Entscheidungen über die Einführung und Nutzung dieses Verfahrens in ihrem Unternehmen zu treffen. Durch die gezielte Anwendung von MIM können Unternehmen komplexe Bauteile mit hoher Präzision und geringen Toleranzen herstellen, was die Produktdesignfreiheit erhöht und innovative Lösungen ermöglicht. Gleichzeitig werden die Grenzen von MIM transparent, was Unternehmen hilft, realistische Erwartungen zu setzen und alternative Fertigungsmethoden dort einzusetzen, wo MIM nicht geeignet ist.

  • Prof. Dr. Frank Petzoldt
    Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
09:40
Vortrag
Chancen durch die Kombination von additiven Fertigungsverfahren mit dem heißisoststatischen Pressen

Dieses Modul bietet den Teilnehmenden einen Einblick in die Synergien, die sich aus der Kombination von additiven Fertigungsverfahren (AM) mit dem Heißisostatischen Pressen (HIP) ergeben. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen beider Technologien kennen und verstehen, wie sie zusammengeführt werden können, um hochwertige Bauteile mit maßgeschneiderten Eigenschaften herzustellen. Der Kurs behandelt die Vor- und Nachteile jeder Technologie sowie die Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Integration. Darüber hinaus werden Fallstudien und Anwendungsbeispiele präsentiert, um das Potenzial dieser innovativen Fertigungsmethode zu veranschaulichen.

Unternehmen, die die Kombination von AM und HIP beherrschen, können ihre Fertigungsfähigkeiten erheblich erweitern und hochwertige, komplexe Bauteile mit optimierten Materialeigenschaften herstellen. Durch die Integration von AM können Unternehmen geometrisch anspruchsvolle Bauteile herstellen, die mit herkömmlichen Methoden schwer oder gar nicht realisierbar wären. Das anschließende HIP-Verfahren ermöglicht eine Verdichtung und Homogenisierung des Materials, was zu einer Verbesserung der mechanischen Eigenschaften und einer Reduzierung von Defekten führt. Dies eröffnet neue Marktchancen in verschiedenen Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Automobilindustrie und stärkt die Wettbewerbsposition des Unternehmens durch die Bereitstellung innovativer Lösungen.

  • Dr. Anke Kaletsch
    RWTH Aachen University
10:30
Pause
Kaffeepause
10:50
Vortrag
Der digitale Zwilling in der Pulvermetallurgie I

In diesem Modul werden die Teilnehmenden in die Konzepte des digitalen Zwillings in der Pulvermetallurgie eingeführt. Sie lernen die Grundlagen des digitalen Zwillings kennen, einschließlich seiner Definition, Funktionsweise und Anwendungen in der Pulvermetallurgie. Der Kurs behandelt die Integration von digitalen Zwillingen in den gesamten Lebenszyklus von PM-Produkten, von der Produktentwicklung und Prozessplanung bis hin zur Fertigung und Qualitätssicherung. Die Teilnehmenden werden mit den erforderlichen Tools und Technologien vertraut gemacht, um digitale Zwillinge zu erstellen, zu validieren und zu nutzen.

Unternehmen, die den digitalen Zwilling in der Pulvermetallurgie beherrschen, können ihre Produktionsprozesse optimieren, die Effizienz steigern und die Produktqualität verbessern. Durch die virtuelle Modellierung und Simulation können Unternehmen die Leistung ihrer PM-Produkte vorhersagen, Engpässe identifizieren und Prozessänderungen testen, bevor sie implementiert werden. Dies ermöglicht eine schnellere Markteinführung neuer Produkte, eine Reduzierung von Entwicklungs- und Produktionskosten sowie eine höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Marktbedingungen.

  • Prof. Dr. Christoph Broeckmann
    RWTH Aachen University
11:30
Vortrag
Der digitale Zwilling in der Pulvermetallurgie II

Dieses fortgeschrittene Modul vertieft das Verständnis der Teilnehmenden über den Einsatz des digitalen Zwillings in der Pulvermetallurgie. Es behandelt spezifische Anwendungen und fortgeschrittene Techniken zur Modellierung, Simulation und Analyse von PM-Prozessen und -produkten mithilfe digitaler Zwillinge. Die Teilnehmenden lernen, wie sie komplexe Modelle für die Prozessoptimierung, Materialentwicklung, Bauteilcharakterisierung und Qualitätssicherung erstellen und validieren können. Zudem werden fortgeschrittene Themen wie datenbasierte Entscheidungsfindung, KI-gestützte Optimierung und virtuelle Inbetriebnahme behandelt.Unternehmen, die fortgeschrittene Techniken des digitalen Zwillings in der Pulvermetallurgie beherrschen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und innovative Lösungen entwickeln. Durch die Nutzung von hochpräzisen virtuellen Modellen können sie die Produktionskosten weiter senken, die Produktqualität weiter verbessern und die Markteinführungszeiten verkürzen. Die Anwendung von KI und datenbasierten Analysen ermöglicht es Unternehmen zudem, die Effizienz ihrer Prozesse kontinuierlich zu verbessern und datengesteuerte Entscheidungen zu treffen, was zu einer nachhaltigen Entwicklung und einem langfristigen Erfolg führt.

Unternehmen, die fortgeschrittene Techniken des digitalen Zwillings in der Pulvermetallurgie beherrschen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und innovative Lösungen entwickeln. Durch die Nutzung von hochpräzisen virtuellen Modellen können sie die Produktionskosten weiter senken, die Produktqualität weiter verbessern und die Markteinführungszeiten verkürzen. Die Anwendung von KI und datenbasierten Analysen ermöglicht es Unternehmen zudem, die Effizienz ihrer Prozesse kontinuierlich zu verbessern und datengesteuerte Entscheidungen zu treffen, was zu einer nachhaltigen Entwicklung und einem langfristigen Erfolg führt.

  • Oliver Schenk
    RWTH Aachen University
12:10
Pause
MIttagspause
13:10
Vortrag
Spannungsrisskorrosion und Wasserstoffversprödung – der Effekt von Wasserstoff auf die Integrität von (Sinter-) Stählen

(Sinter-)Stähle können über verschiedene Mechanismen absichtlich oder unabsichtlich mit atomarem Wasserstoff beladen werden. Neben einer i. d. R. unerwünschten prozessinternen Verschleppung (interne Beladung mit atomarem Wasserstoff) kann mittels einer druck- und temperaturunterstützten Beladung, einer elektrochemischen Beladung oder einer korrosiven Beladung – z. B. mittels der sogenannten (Spannungsriss-)Korrosion – atomarer Wasserstoff aus einer externen Quelle (Reservoir) in den Werkstoff eingebracht werden (externe Beladung mit atomarem Wasserstoff). Daher sind die beide Erscheinungen, (Spannungsriss-)Korrosion als „Ursache“ für den Eintrag von atomarem Wasserstoff und Wasserstoffversprödung als „Wirkung“ auf das Gefüge, auf das Engste miteinander verbunden. Dieses Szenario könnte für eine Vielzahl von neuen Komponenten aus (Sinter-)Stählen, z. B. aus dem Bereich der Brennstoffzellen-, der Batterie- und der Energietechnik, an Bedeutung gewinnen. Unabhängig von dem Beladungspfad versprödet der Werkstoff in ähnlicher Art und Weise durch eine Reduzierung der kohäsiven Bindungskräften und/oder einer Reduzierung der Streckgrenze. Daher gilt es, potente Vermeidungs- und Abhilfemaßnahmen zu wählen. Je nachdem, wie groß das potentielle Reservoir für atomarem Wasserstoff ist, können zwei grundsätzlich unterschiedliche Vermeidungs- und Abhilfemaßnahmen in Betracht gezogen werden. Während energetisch präferierte Metallgitterdefekte, sogenannte „tiefe Wasserstofffallen“, in der Lage sind, geringe Mengen an atomarem Wasserstoff, z. B. aus einer internen Beladung aus einem begrenzten Reservoir, zu binden, sind Beschichtung die richtige Wahl bei einer externen Beladung aus einem quasi-unerschöpflichem Reservoir. Passivierte, z. B. künstlich oxidierte, Oberflächenzustände erweisen sich dabei als erstaunlich effektiv. Allerdings sind dafür i. d. R. höhere Prozesstemperaturen notwendig, die aber durch ihre „Anlasswirkung“ mit martensitischen Gefügen, d. h. mit höherfesten (Sinter-)Stählen, nicht kompatibel sind. Daher wurde der Versuch unternommen, Passivierungen bei niedrigeren Prozesstemperaturen abzuscheiden. Erste Ergebnisse von dampfbehandelten, phosphatierten und brünierten Sinterstählen werden gegenübergestellt.

 

  • Dr.-Ing. Markus Schneider
    GKN Powder Metallurgy GmbH
13:50
Vortrag
Moderne Hartmetalle – Legierungskonzepte und Gefügedesign

Dieses Modul bietet den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in moderne Hartmetalle und deren Legierungskonzepte sowie Gefügedesign. Die Teilnehmenden werden die grundlegenden Prinzipien der Legierungsentwicklung für Hartmetalle verstehen, einschließlich der Auswahl und Optimierung von Legierungselementen für spezifische Anforderungen. Darüber hinaus lernen sie die Bedeutung des Gefügedesigns für die Leistungsfähigkeit von Hartmetallen kennen und erfahren, wie sie das Gefüge durch Prozessparameter und Wärmebehandlung gezielt beeinflussen können.

Unternehmen, die moderne Legierungskonzepte und Gefügedesigns für Hartmetalle beherrschen, können innovative Produkte mit verbesserten mechanischen Eigenschaften und Leistungsfähigkeit entwickeln. Durch die gezielte Auswahl von Legierungselementen und die Optimierung des Gefügedesigns können Unternehmen die Verschleißfestigkeit, Härte und Zähigkeit ihrer Hartmetalle verbessern, was zu einer längeren Lebensdauer und höheren Leistungsfähigkeit der Produkte führt. Dies trägt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Positionierung als Branchenführer bei.

  • Dr. Ralph Useldinger
    CERATIZIT Luxembourg S.à r.l.
14:30
Vortrag
Moderne Hartmetalle – pulvermetallurgische Fertigung und Beschichtung

Dieses Modul führt die Teilnehmenden in die hochmoderne Welt der Hartmetalle ein und konzentriert sich auf deren Herstellung und Beschichtung durch pulvermetallurgische Verfahren. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen der pulvermetallurgischen Fertigung von Hartmetallen kennen, einschließlich der Auswahl und Aufbereitung von Ausgangsmaterialien, der Pulverherstellung und der Press- und Sinterverfahren. Zudem werden sie in die verschiedenen Beschichtungstechniken für Hartmetalle eingeführt, einschließlich chemischer Dampfabscheidung (CVD) und physikalischer Dampfabscheidung (PVD), und verstehen die Auswirkungen dieser Beschichtungen auf die Leistung und Anwendungsbereiche der Hartmetalle.

Unternehmen, die moderne Hartmetalle durch pulvermetallurgische Fertigung und Beschichtung beherrschen, können hochwertige Produkte mit herausragenden mechanischen Eigenschaften herstellen. Durch die optimierte Fertigung können sie die Produktivität steigern und Kosten senken. Zudem ermöglichen Beschichtungstechniken eine gezielte Anpassung der Oberflächeneigenschaften von Hartmetallen, was zu verbessertem Verschleißverhalten, erhöhter Korrosionsbeständigkeit und gesteigerter Leistungsfähigkeit in verschiedenen Anwendungsbereichen wie der Werkzeug- und Maschinenindustrie führt.

  • Dr. Ralph Useldinger
    CERATIZIT Luxembourg S.à r.l.
15:10
Pause
Kaffeepause
15:30
Vortrag
Pulvermetallurgische Werkzeugstähle als Halbzeug

Dieser Kursabschnitt widmet sich den spezifischen Anforderungen und Herstellungsverfahren für pulvermetallurgische Werkzeugstähle. Die Teilnehmenden lernen die Vorteile von PM-Werkzeugstählen, wie verbesserte Homogenität und erhöhte Verschleißfestigkeit, kennen. Zudem werden Auswahlkriterien, Wärmebehandlungsoptionen und praktische Anwendungen behandelt.

Die Verwendung von PM-Werkzeugstählen kann die Lebensdauer und Leistung von Werkzeugen und Komponenten erheblich verbessern. Unternehmen profitieren von geringeren Ausfallzeiten, reduzierten Wartungskosten und einer gesteigerten Produktionseffizienz. Die Kenntnis der spezifischen Eigenschaften und Vorteile von PM-Werkzeugstählen ermöglicht eine gezielte Materialauswahl für anspruchsvolle Anwendungen.

  • Prof. Dr. Christoph Broeckmann
    RWTH Aachen University
16:10
Vortrag
Schlusswort und Ende der Fortbildung
16:20
Rahmenprogramm
Ende der Fortbildung

Pulvermetallurgie ist eine Schlüsseltechnologie in der modernen Fertigungsindustrie, die innovative Produktentwicklung und Kosteneffizienz ermöglicht. 
Hier sind einige Gründe, warum Ihr Unternehmen von einer tieferen Kenntnis in diesem Bereich profitieren wird

  • Grundlegendes zur Pulvermetallurgie: Erlernen Sie die wissenschaftlichen und technologischen Prinzipien der Pulvermetallurgie.
  • Pulverherstellung: Betrachten Sie Verdüsungsverfahren zur Herstellung von Pulvern.
  • Moderne Presstechnik: Entdecken Sie Matrizenpressen als fortschrittliche Methode zur Formgebung und erhöhen Sie die Präzision Ihrer Bauteile.
  • Sinter-Prozess: Verstehen Sie die Grundlagen des Sinterns, und optimieren Sie diesen Prozess durch ein tiefes Verständnis der Atmosphäreninteraktion.
  • Pulververarbeitung: Erlernen Sie aktuelle Kenntnisse zu Metallpulver-Spritzguss, Heißisostatisches Pressen sowie sinterbasierte additive Fertigung.
  • Erzeugnisse: Lernen Sie Werkzeugstähle, Hartmetalle, Diamantwerkstoffe, Aluminium, Titankarbid-Verbunde und Hartmagnete als pulvermetallurgische Erzeugnisse kennen.
  • Fertigungsprozesse: Vertiefen Sie Ihre Kenntnisse der industrierelevanten pulvermetallurgischen Formgebung anhand konkreter Anwendungen.
  • Diskutieren Sie Ihre konkrete praktische Anwendung/Problemstellung mit Expert*innen.

Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Unternehmen technologisch weiterzuentwickeln und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen!

 

Die Fortbildung eignet sich besonders für:

  • Wissenschaftler*innen sowie Ingenieur*innen, die in der Forschung und Entwicklung sowie der industriellen Fertigung tätig sind. 
  • Führungskräfte und Vertriebsmitarbeiter*innen mit technischem Grundverständnis, die in diesem oder einem verwandten Bereich tätig sind und von einer werkstofforientierten Weiterbildung profitieren möchten. 
  • Personen mit technischem Grundverständnis, die im Bereich der Pulvermetallurgie oder in verwandten Bereichen tätig sind und von einer werkstofforientierten Weiterbildung profitieren möchten. 

Die Fortbildung findet in folgenden Räumlichkeiten statt:


Novotel Aachen City
Peterstraße 66

52062 Aachen

 

Die Schulungsunterlagen werden vor Ort ausgehändigt.


Für die Übernachtungen empfehlen wir Ihnen den Veranstaltungsort der Fortbildung, das Novotel Aachen City.


Am ersten Abend der Fortbildung ist ein gemeinsames Abendessen der Teilnehmer mit den Referenten der Veranstaltung geplant.