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Fort- & Weiterbildung

Pulvermetallurgie

Pulverherstellung, Fertigungstechniken und Erzeugnisse

Wann

27.04. 09:00 - 29.04.2027 17:00

Wo

Dresden

Sprache

Deutsch

Zertifikat

nach Teilnahme

Die pulvermetallurgischen Verfahren vereinigen hervorragende Formgebungsmöglichkeiten zu wirtschaftlichen Bedingungen mit ausgezeichneter Homogenität der Bauteile. Im Automobil- und Maschinenbau sind sie heute als Fertigungsweg vor allem für Massenteile nicht mehr wegzudenken. Aber auch für kleine und mittlere Serien erobern sich innovative, pulverbasierte Verfahren der Additiven Fertigung immer mehr Marktanteile. Pulvermetallurgische Fertigungstechniken haben sich, außer zur wirtschaftlichen Herstellung von hochpräzisen Formteilen und Hochleistungswerkzeugen, auch als der Königsweg zur Entwicklung neuer Werkstoffe oder Materialien mit besonderen Gefügen herausgestellt. Deshalb bilden Werkstoffe mit außergewöhnlichen Gebrauchseigenschaften den zweiten Schwerpunkt der Fortbildung. Als Referenten wurden zu vielen Themen Mitarbeiter aus der Industrie gewonnen, um die Anwendungsaspekte in den Vordergrund zu rücken.

Fortbildungsleitung

  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Weißgärber

    Prof. Dr.-Ing. Thomas Weißgärber

    Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung

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Pulvermetallurgie ist eine Schlüsseltechnologie in der modernen Fertigungsindustrie, die innovative Produktentwicklung und Kosteneffizienz ermöglicht. Hier sind einige Gründe, warum Ihr Unternehmen von einer tieferen Kenntnis in diesem Bereich profitieren wird:

  • Grundlegendes zur Pulvermetallurgie: Erlernen Sie die wissenschaftlichen und technologischen Prinzipien der Pulvermetallurgie.
  • Pulverherstellung: Betrachten Sie Verdüsungsverfahren zur Herstellung von Pulvern.
  • Moderne Presstechnik: Entdecken Sie Matrizenpressen als fortschrittliche Methode zur Formgebung und erhöhen Sie die Präzision Ihrer Bauteile.
  • Sinter-Prozess: Verstehen Sie die Grundlagen des Sinterns, und optimieren Sie diesen Prozess durch ein tiefes Verständnis der Atmosphäreninteraktion.
  • Pulververarbeitung: Erlernen Sie aktuelle Kenntnisse zu Metallpulver-Spritzguss, Heißisostatisches Pressen sowie sinterbasierte additive Fertigung.
  • Erzeugnisse: Lernen Sie Werkzeugstähle, Hartmetalle, Diamantwerkstoffe, Aluminium, Titankarbid-Verbunde und Hartmagnete als pulvermetallurgische Erzeugnisse kennen.
  • Fertigungsprozesse: Vertiefen Sie Ihre Kenntnisse der industrierelevanten pulvermetallurgischen Formgebung anhand konkreter Anwendungen.
  • Diskutieren Sie Ihre konkrete praktische Anwendung/Problemstellung mit Experten.

Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Unternehmen technologisch weiterzuentwickeln und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen!


Wo liegen aktuell die größten praktischen Probleme in der Industrie in diesem Themenfeld?

Eine Herausforderungen besteht darin, pulvermetallurgische Fertigungsprozesse so anzuwenden und auszulegen, dass hohe und reproduzierbare Bauteilqualitäten mit einer wirtschaftlichen Produktion verbunden werden können. Die einzelnen Schritte der Prozesskette – von der Pulverherstellung über die Formgebung bis zur thermischen Behandlung – müssen bekannt sein, das Wissen muss in der industriellen Praxis verfügbar sein und optimal aufeinander abgestimmt sein. Es braucht das Verständnis, dass bereits geringe Abweichungen beispielsweise der Pulvereigenschaften oder Prozessbedingungen erhebliche Auswirkungen auf die Qualität des Endprodukts haben. Entsprechende Kenntnisse sind notwendig, damit Einfluss genommen werden kann.

Eine weitere Herausforderung ist die Auswahl geeigneter Fertigungsverfahren. Neben etablierten Technologien eröffnen insbesondere neue pulverbasierte additive Verfahren zusätzliche Möglichkeiten. Entscheidend ist jedoch, deren technische und wirtschaftliche Potenziale sowie Grenzen für die jeweilige Anwendung richtig einzuschätzen. Gleichzeitig gewinnen Energieeffizienz, Ressourcenschonung und die Reduzierung von Fertigungskosten zunehmend an Bedeutung.

Welche typischen Fehler oder Fehleinschätzungen sehen die Referenten regelmäßig?

Einzelne Prozessschritte werden isoliert betrachtet, ohne deren Wechselwirkungen entlang der gesamten Fertigungskette ausreichend zu berücksichtigen. 

Auch beim Sintern bestehen mitunter falsche Vorstellungen über die Zusammenhänge zwischen Temperatur, Atmosphäre, Verdichtung, Gefügeentwicklung und Bauteilqualität. Ein weiteres Problem ist die unzureichende Berücksichtigung der verfahrensbedingten Grenzen bereits bei der Bauteilkonstruktion.

Zudem werden neue Technologien, insbesondere additive Fertigungsverfahren, teilweise hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und industriellen Einsatzmöglichkeiten zu optimistisch bewertet oder sind auch teilweise unbekannt.

Wo entstehen in der Praxis reale Kosten, Zeitverluste oder Qualitätsrisiken?

Erhebliche Kosten entstehen, wenn ungeeignete Pulver oder Fertigungsverfahren ausgewählt werden und dadurch aufwendige Entwicklungs- und Optimierungsschleifen erforderlich sind. 

Fehler bei der Formgebung oder Sinterung können zu Dichteunterschieden, Verzug, Rissbildung oder unzureichenden mechanischen Eigenschaften führen. Die Folgen sind Ausschuss, Nacharbeit und erhöhte Prüfaufwendungen.

Besonders kritisch ist, dass Fehler aus frühen Prozessschritten häufig erst am fertigen Bauteil erkannt werden, wenn bereits erhebliche Material-, Energie- und Fertigungskosten angefallen sind.

Auch eine nicht optimal ausgelegte Prozessführung, beispielsweise beim Sintern, kann zu unnötig hohen Energieverbräuchen und langen Durchlaufzeiten führen. Ein fundiertes Verständnis der Prozesszusammenhänge bietet daher erhebliche Potenziale zur Kostenreduzierung und Qualitätssicherung.

Was kann eine Teilnehmerin bzw. ein Teilnehmer nach der Fortbildung messbar besser als vorher?

Die Teilnehmenden sind nach dem Seminar in der Lage, pulvermetallurgische Fertigungsverfahren hinsichtlich ihrer technischen Möglichkeiten, Grenzen und Wirtschaftlichkeit fundierter zu bewerten und für konkrete Anwendungen geeignete Technologien auszuwählen.

Sie können den Einfluss wesentlicher Pulver- und Prozessparameter auf die Bauteileigenschaften besser einschätzen, gezielte Maßnahmen zur Prozessoptimierung ableiten.

Darüber hinaus können sie neue Technologien hinsichtlich ihrer industriellen Einsatzmöglichkeiten realistischer beurteilen und Optimierungspotenziale in bestehenden Prozessketten erkennen.

Der konkrete Nutzen für Unternehmen liegt darin, Entwicklungsentscheidungen fundierter zu treffen, Versuchsaufwendungen gezielter einzusetzen und Qualitätsrisiken frühzeitig zu erkennen.
Pulvermetallurgie verstehen heißt, die gesamte Prozesskette zu beherrschen – vom Pulver bis zum fertigen Bauteil. Das Seminar vermittelt das Wissen, um Fertigungsverfahren richtig auszuwählen, Prozesse gezielt zu optimieren und Qualität sowie Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu verbessern.