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Fort- & Weiterbildung

Integrität und Lebensdauer rissbehafteter Bauteile

Bruchmechanik, FEM und Regelwerke für die industrielle Praxis

Wann

16.03. 09:30 - 17.03.2027 15:30

Wo

Freiberg

Sprache

Deutsch

Zertifikat

nach Teilnahme

Risse in Bauteilen müssen nicht zwangsläufig zum Austausch führen. Entscheidend ist eine belastbare bruchmechanische Bewertung, die Werkstoff, Rissgeometrie und Beanspruchung systematisch zusammenführt. Das Seminar vermittelt, wie rissbehaftete Bauteile sicher beurteilt und fundierte Entscheidungen über Weiterbetrieb, Reparatur oder Austausch getroffen werden können.

Im Mittelpunkt stehen die linearelastische und elastisch-plastische Bruchmechanik, die Ermittlung und Auswahl relevanter Werkstoffkennwerte sowie die Berechnung der Ermüdungsrissausbreitung. Die Teilnehmenden lernen, welches bruchmechanische Konzept für den jeweiligen Werkstoff und Belastungsfall geeignet ist und wie Risse mithilfe der Finite-Elemente-Methode numerisch analysiert werden.

Anhand praxisnaher Beispiele wird gezeigt, wie Spannungsintensitätsfaktoren, J-Integral, Risswachstum und Versagensgrenzen zu einer nachvollziehbaren Integritätsbewertung zusammengeführt werden. Darüber hinaus vermittelt das Seminar die Anwendung etablierter Regelwerke wie der FKM-Richtlinie, BS 7910, R6 und SINTAP. Dabei werden nicht nur die rechnerischen Grundlagen behandelt, sondern auch die Voraussetzungen, Grenzen und typischen Herausforderungen bei der praktischen Anwendung.

Die Teilnehmenden lernen, bruchmechanische Nachweise strukturiert aufzubauen, Ergebnisse kritisch zu bewerten und typische Fehler bei der Auswahl von Kennwerten, Modellen und Bewertungskriterien zu vermeiden. So entsteht eine fundierte Grundlage für sichere, wirtschaftliche und technisch nachvollziehbare Entscheidungen im Umgang mit rissbehafteten Bauteilen.

Fortbildungsleitung

  • Dr.-Ing. Geralf Hütter

    Dr.-Ing. Geralf Hütter

    Technische Universität Bergakademie Freiberg

  • Prof. Dr. Björn Kiefer

    Prof. Dr. Björn Kiefer

    Technische Universität Bergakademie Freiberg

  • Dr. Mauro Madia

    Dr. Mauro Madia

    Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

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Die bruchmechanische Bewertung rissbehafteter Bauteile ermöglicht sichere und wirtschaftliche Entscheidungen über Weiterbetrieb, Reparatur oder Austausch. Durch die gezielte Analyse von Werkstoff, Rissgeometrie und Belastung lassen sich Risiken fundiert beurteilen und unnötige Stillstands- oder Austauschkosten vermeiden.
Hier sind einige Gründe, warum Ihr Unternehmen von vertieften Kenntnissen in diesem Bereich profitieren wird:

  • Sichere Bewertung rissbehafteter Bauteile: Beurteilen Sie fundiert, ob ein Bauteil weiter betrieben werden kann oder ob Reparatur beziehungsweise Austausch erforderlich sind.
  • Auswahl geeigneter bruchmechanischer Konzepte: Lernen Sie, wann die linearelastische oder die elastisch-plastische Bruchmechanik anzuwenden ist und wo die jeweiligen Einsatzgrenzen liegen.
  • Einordnung relevanter Kennwerte: Bewerten Sie Spannungsintensitätsfaktor, J-Integral und CTOD im Hinblick auf Werkstoff, Risszustand und Belastungssituation.
  • Berechnung der Ermüdungsrissausbreitung: Analysieren Sie das Wachstum von Rissen unter zyklischer Belastung und schätzen Sie verbleibende Betriebszeiten belastbar ab.
  • Numerische Rissanalyse mit FEM: Führen Sie Rissanalysen mit der Finite-Elemente-Methode durch und interpretieren Sie die Ergebnisse fachgerecht.
  • Praktische Anwendung von Ansys oder Abaqus: Lernen Sie in Übungen die Modellierung und Auswertung rissbehafteter Bauteile mit einer der beiden etablierten Simulationsumgebungen kennen.
  • Anwendung anerkannter Regelwerke: Nutzen Sie die FKM-Richtlinie, BS 7910, R6 und SINTAP gezielt für den Integritätsnachweis und die Bewertung technischer Bauteile.
  • Reduktion unnötiger Austausch- und Stillstandskosten: Vermeiden Sie vorschnelle Entscheidungen durch nachvollziehbare Nachweise und realistische Bewertungen der Bauteilsicherheit.
  • Praxisnahe Fallbeispiele: Übertragen Sie die vermittelten Methoden anhand konkreter Aufgabenstellungen auf typische Fragestellungen aus Entwicklung, Betrieb und Instandhaltung.
  • Diskutieren Sie Ihre konkrete praktische Anwendung/Problemstellung mit Expert*innen.

Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Unternehmen technologisch weiterzuentwickeln und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen!

Wo liegen aktuell die größten praktischen Probleme in der Industrie in diesem Themenfeld?

Die zentrale Herausforderung besteht darin, rissbehaftete Bauteile zuverlässig zu bewerten und fundiert über Weiterbetrieb, Reparatur oder Austausch zu entscheiden. Dafür müssen Werkstoff, Belastung, Rissgeometrie, numerische Analyse und Regelwerke korrekt zusammengeführt werden.

Welche typischen Fehler oder Fehleinschätzungen sehen die Referierenden regelmäßig?

Typische Fehler sind die Wahl eines ungeeigneten bruchmechanischen Konzepts, die falsche Interpretation von Kennwerten sowie unzureichende FEM-Modelle. Dadurch werden Risse entweder unterschätzt oder Bauteile unnötig früh ausgetauscht.

Wo entstehen reale Kosten, Zeitverluste oder Qualitätsrisiken?

Kosten entstehen durch unnötigen Bauteilaustausch, ungeplante Stillstände, fehlerhafte Simulationen und verzögerte Freigaben. Sicherheits- und Qualitätsrisiken ergeben sich insbesondere aus einer falschen Einschätzung der Rissausbreitung und Restlebensdauer.

Was kann jemand nach der Fortbildung messbar besser als vorher?

Die Teilnehmenden können geeignete bruchmechanische Methoden auswählen, Risswachstum berechnen, FEM-Ergebnisse bewerten und anerkannte Regelwerke gezielt anwenden. Dadurch lassen sich Integritätsnachweise fundierter und Entscheidungen nachvollziehbarer treffen.