Leitung
Dr. Daniel Höche
Helmholtz-Zentrum Hereon GmbH
Die Vision des Arbeitskreises Simulationsplattformen und Interoperabilität ist (i) die Etablierung einer bundesweiten Werkstoffsimulationsinfrastruktur in Form eines nutzerfreundlichen Simulationsnetzwerkes und (ii) die Vereinheitlichung der digitalen Werkstoff- bzw. Komponentenbeschreibung durch semantische Technologien als Grundlage für einen nahtlosen Informationsaustausch bzw. Interoperabilität zwischen verschiedenen Computersimulationen aber auch zwischen Simulation und Experiment bzw. Analytik über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
Die Strategie zur Erreichung dieser Ziele beruht auf der Verwendung offener und frei zugänglicher Simulationsplattformen und Workflow Manager wie z.B. der AixViPMaP für Kontinuumsmodelle auf der Gefügeskala oder den Plattformansätzen Aiida, SimPhony, pyiron, simstack, MODENA. Zukünftige MetaPlattformen, wie sie in den Europäischen MarketPlace und VIMMP Projekten und der deutschen Innovationsplattform MaterialDigital entwickelt werden, bekommen ein breites Fundament. Derzeit bereits verfügbare Plattformen werden durch den Arbeitskreis im Rahmen von Workshops vorgestellt und durch Teilnehmer bewertet. In einem weiteren Schritt werden einzelne Plattformen durch interessierte Institutionen intern installiert und mit den eigenen Softwaretools genutzt und bewertet. In einem weiteren Schritt können Einzelinstallationen über das Internet, unter Beachtung von Datenschutzrichtlinien, miteinander vernetzt werden. Einzelne der obigen Plattformen bieten bereits jetzt die für eine solche Vernetzung erforderlichen Funktionalitäten.
Die Interoperabilität zwischen verschiedenen Simulationstools – aber auch zwischen Simulation und Experiment (Analysedaten etc.) – soll durch eine vereinheitliche Werkstoffbeschreibung auf Basis semantischer Technologien gewährleistet werden. Ausgangspunkt hierfür ist die frei verfügbare „European Materials & Modelling Ontology“ (EMMO).
Vision des Arbeitskreises ist es, den Austausch und die Bearbeitung von Materialkenngrößen vergleichbar einfach und intelligent wie den heutigen Austausch von Bild- und Videodateien zu gestalten.
Ein derart vereinfachter Austausch digitalisierter Werkstoffdaten und Informationen ermöglicht (i) eine deutlich bessere Vernetzung der Werkstoff-Community in all ihren Spezialdisziplinen, (ii) signifikante Verbesserungen in Lehre und Fortbildung sowie (iii) eine deutliche Erhöhung der Innovationsgeschwindigkeit in der werkstoffherstellenden und –verarbeitenden Industrie.