The Dark side of Science – ein Vortrag von Dr. ir. Brian R. Pauw

Der Vortrag unserer „Jung-DGM präsentiert“ – Veranstaltungsreihe war dieses Mal etwas anders. Wo wir sonst bisher Fachvorträge organisiert hatten, ging es bei diesem Talk etwas kritischer zu.

 

Am 23. Juni 2021 zeigte uns Dr. ir. Brian R. Pauw die dunkle Seite der Wissenschaft. In verschiedenen Teilen ging er zunächst darauf ein, was damit gemeint ist, warum diese Dinge – ob nun absichtlich oder aus Versehen passieren – und zeigte uns zum Schluss, wie man auf der guten Seite der Wissenschaft bleiben kann.

Die dunkle Seite der Wissenschaft – was ist damit gemeint? Nun ja, uns wurden verschiedenste Beispiele aus Veröffentlichungen auch von teils hochrangigen Journalen gezeigt, wo gewissermaßen nicht alles nach der guten wissenschaftlichen Praxis ablief. Von Aufnahmen, in die zu viel hineininterpretiert wurde, um einen herausragenden neuen Effekt zu zeigen, über hineinkopierte Nanopartikel in Mikroskopie-Aufnahmen, verbesserten oder komplett erfundenen Elementanalysen bis hin zu XRD-Aufnahmen, die kopiert und skaliert wieder eingefügt wurden, war eine breite und zugleich verstörende Palette dabei gewesen. Wir erfuhren von aufgedeckten Wissenschaftsbetrügern und neueren Whistleblowern, sowie von Initiativen, die versuchen weiter gegen die dunkle Seite der Wissenschaft vorzugehen. 

Im zweiten Teil ging es dann um die möglichen Gründe, warum Veröffentlichungen absichtlich oder aus Versehen so angepasst werden. Dabei ging es vor allem um die Verbindung zwischen Veröffentlichungszahlen und den eigenen Jobaussichten oder der Forschungsförderung. Diskutiert wurde auch in wieweit Impact Faktoren und Zitationen in diesem Zusammenhang ihren Beitrag dazu leisten. Dinge, wie Befristungspolitik oder allgemein Wissenschaftspolitik, wie diese im System Druck auf Wissenschaftler ausüben und dass das eigentliche „Versagen“ oder Fehlschlagen von Experimenten nicht publizierbar sind, obwohl misslungene Versuche durchaus auch einen höheren Wissensanteil haben können.

Im Abschlussteil wurde dann darauf eingegangen, was wir an sich tun können, oder was sich ändern müsste, dass die dunkle Seite der Wissenschaft sich nicht weiter ausbreitet und immer beliebter wird. Es wurde darüber diskutiert, was sich in der Wissenschaftslandschaft verändern müsste, Beispiel Befristungspolitik oder der Umgang mit nachvollziehbaren Daten. Wie Nachwuchswissenschaftler*innen sich davor bewahren können, durch bestimmte Druckfaktoren beeinflusst zu werden und wie auch etablierte Wissenschaftler*innen in ihren Bereichen dafür sorgen können, dass die gute wissenschaftliche Praxis erhalten bleibt.

Wie aus der abschließenden Diskussion und anderen vorgetragenen Beispielen von den Teilnehmer*innen zu entnehmen war, ist das Thema leider etwas deprimierend und wird sich voraussichtlich auch nie ganz eindämmen lassen.

Dennoch oder gerade deswegen möchten wir uns noch mal herzlichst bei Dr. ir. Brian R. Pauw für den Vortrag und den damit verbundenen Einblick bedanken. Nur so können wir auch kritische Themen wie diese diskutieren und auch uns Nachwuchswissenschaftler*innen dafür sensibilisieren, da dieses Thema doch noch nicht allen bekannt war - ein Schritt in die richtige Richtung, um die dunkle Seite der Wissenschaft wieder ins Licht zu bringen. 😉

 

Weitere Informationen zu Dr. ir. Brian R. Pauw finden Sie auf seinem Blog: lookingatnothing.com

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