In der betrieblichen Qualitätssicherung großer Maschinenbauteile, im Kraftwerksservice, Chemieanlagenbau und vielen anderen Industriebereichen kommt ambulanten metallographischen Prüfverfahren eine wichtige Rolle zu. Durch diese Art der Prüfung können nahezu zerstörungsfrei, ohne Probenentnahme, Aussagen zum Gefügezustand bzw. zu Gefügefehlern getroffen werden. Dies betrifft beispielsweise Bauteile des laufenden Betriebs, wie Rohre in Kraftwerken bzw. große Turbinenschaufeln oder Turbinengehäuse, bei welchen aufgrund der hohen Fertigungskosten eine zerstörende Probenentnahme ausgeschlossen ist. Für dieses Anwendungsfeld wurde die ambulante Metallographie, auch Bauteilmetallographie genannt, entwickelt. Hierbei wird keine Probe zum Labormikroskop im stationären Metallographielabor transportiert. Schleifen, Polieren und Ätzen erfolgen mit tragbaren Geräten direkt am Bauteil, die Gefügeuntersuchung wird mit portablen Mikroskopen vor Ort oder über Abdrucktechniken durchgeführt.
Die Schwerpunkte der Aktivitäten im Arbeitskreis und Fortbildungsseminar umfassen Grundlagen der Präparationstechniken und Vorbereitung einer ambulanten Untersuchung sowie den zusätzlichen ambulanten Prüfverfahren wie z.B. Funkenspektrometer zur chemischen Analyse oder mobile Härteprüfung. Darüber hinaus findet der Austausch in Bezug auf den aktuellen Stand der geltenden Richtlinien und Normung im In- und Ausland (z.B. VGB-S-517) statt. Im Fortbildungsseminar werden zahlreiche Beispiele durchexerziert und die Gefügeabdrücke an verschiedenen Werkstoffzuständen, an Fehlern und Rissen für unterschiedliche Werkstoffklassen anhand konkreten Beispielen aus der Praxis z.B. für die Gefügekontrolle großer Gasturbinenbauteile, an druckbeanspruchten und im Zeitstandbereich betriebenen Komponenten entnommen und bewertet.