Fachausschuss
Biomaterialien

Der Fachausschuss Biomaterialien versteht sich als Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und industrieller Entwicklung für Materialien in Kontakt mit biologischen Systemen. Immer öfter kommen Materialien in Kontakt mit „LIFE“ woraus sich besondere Herausforderungen ergeben. Der Fachausschuss ermöglicht und koordiniert mit seinen Arbeitskreisen den Austausch unter Fachleuten mit dem Ziel, diese wichtige Disziplin weiter zu entwickeln. Seine Arbeitskreise beschäftigen sich mit bioinspirierten, abbaubaren und antimikrobiellen Biomaterialien, dentalen Werkstoffen, Grenzflächen, Tissue Engineering sowie Zertifizierung, Zulassung, Normierung und rechtlichen Fragen, die sich durch den Einsatz von Biomaterialien ergeben.

Schnittstelle zum Körper

Hüftprothesen aus Titan, Gefäßersatz aus PET-Fasern, Zirconiumoxid-Gelenkersatz oder Composite Zahnfüllungen: Biomaterialien sind in der modernen Medizintechnik längst unersetzlich. Aus Metall, Keramik, Polymeren oder Verbundwerkstoffen maßgeschneidert, interagieren sie mit den Zellen des Körpers und steuern den Verlauf von diagnostischen oder therapeutischen Prozessen. Zentrale Bedeutung haben sie aber auch bei der künstlichen Rekonstruktion von Gewebe, dem „Tissue Engineering“.

Aber auch außerhalb der Medizin sind Biomaterialien präsent, beispielsweise bei antimikrobiellen und antiviralen Materialien in Verkehrssystemen oder Lebensmittelverpackungen, weil das Interesse am Thema Hygiene deutlich zugenommen hat.

Wegen ihrer enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung sind innovative Biomaterialien von herausragendem sozialen Interesse. Im größeren Kontext leistet ihre Entwicklung einen wichtigen Beitrag, um in einer stetig alternden Gesellschaft die Lebensqualität zu erhöhen und die Vitalität und Mobilität möglichst lange zu erhalten. Deshalb tragen neue Antworten auf noch ungeklärte Forschungsfragen nicht nur zur Bewältigung des demografischen Wandels bei, sondern auch zur Wettbewerbsfähigkeit der medizintechnisch orientierten Wirtschaftszweige in Deutschland.

Neue Lösungswege

Bis zum vollständigen Verständnis der grundlegenden Prozesse an der Schnittstelle zwischen Biomaterial und Körper sowie deren sicherer Kontrolle in der Praxis ist es noch ein weiter Weg. Neben der Verlängerung der Lebensdauer von Implantaten stellt hier die Reduktion von Infektionen an Materialgrenzflächen eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahrzehnte dar.

In Zukunft gilt es zudem, die Produktsicherheit und die Qualitätskontrolle von Implantaten zu verbessern. Darüber hinaus muss der Transfer von bioinspirierten Konzepten in Implantate vereinfacht und der Weg von der Idee zum – möglichst kostengünstig zu produzierenden – Produkt deutlich verkürzt werden. Neue Produktionstechniken wie der 3-D-Druck versprechen hier innovative Lösungswege.

Um die Community bestmöglich zu vernetzen und über neueste Entwicklungen zu informieren, veranstaltet der Fachausschuss unter anderem alle zwei Jahre die internationale Konferenz "Euro BioMat" sowie die Fortbildung "Biomaterialien: Werkstoffe in der Medizin".

Ziele

  • Aufgreifen von industriellen und wissenschaftlichen Fragestellungen auf dem Gebiet bekannter und neuer Materialien mit Grenzflächen zu biologischen Systemen mit dem Schwerpunkt Materialien in der Medizin
  • Erarbeiten eines wissenschaftlich fundierten Verständnisses von Materialeigenschaften in Wechselwirkung mit biologischen Systemen, insbesondere der „biological performance“ bzw. der Biokompatibilität
  • Fokussierung des Fachausschuss auf wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Fragestellungen in den Schwerpunktbereichen resorbierbare/degradierbare Biomaterialien, dentale Werkstoffe, Grenzflächen, Tissue Engineering, antimikrobielle Biomaterialien, biomimetische Biomaterialien, Zertifizierung, Zulassung, Normierung, Recht
  • Initiieren von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben: gemeinsame Projekte von Universitäten, Forschungsinstituten und der Industrie
  • Erfahrungsaustausch zwischen Arbeitsgruppen, die auf dem Gebiet der Biomaterialien tätig sind, und Netzwerkbildung

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