Arbeitskreis des Fach Fachausschusses Materialographie
Archäo-Materialographie

Da die Archäo-Materialographie alle Bereiche der Materialographie umfasst, ist es unmöglich einzelne Bereiche besonders hervorzuheben. Die zu untersuchenden Materialien können aus allen Stoffklassen (Metalle, Keramiken, Glas usw.) stammen. Es handelt sich bei den Proben üblicherweise um Einzelstücke von mehr oder weniger bekannten Fundorten. Die Herausforderung der Archäo-Materialographie ist es nun, durch entsprechende Untersuchungen die Herstellung dieser archäologischen Artefakte zu rekonstruieren. Dabei wäre es wünschenswert, wenn sowohl die genutzten Rohstoffquellen, als auch die verwendeten technologischen Prozesse beschrieben werden. Derartige Bestrebungen erfordern umfangreiche Untersuchungen: neben der metallographischen Präparation, die Bereiche Mikroskopie und physikalische Analytik bis in den Spurenbereich, ja bis zur Bestimmung von Isotopenverhältnissen. Das größte Problem dieses Forschungsbereichs ist aber, dass es keinerlei industrielle und wirtschaftliche Interessen an derartigen Untersuchungen gibt und somit auch keine nennenswerten finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Schwerpunkt Archäo-Materialographie

Aufgrund der Vielfältigkeit archäologischer Problemstellungen muss die Archäo-Materialographie als Gesamtes betrachtet werden und ist nicht mit konventionellen Schwerpunkten mit abgegrenzten Themenbereichen zu vergleichen. Für den an Archäo-Materialographie interessierten Forschenden ist eine Planung von Untersuchungen nicht möglich, da es naturgemäß unmöglich ist vorherzusagen, welche archäologischen Artefakte für Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, bedarf es interessierter Forscher*innen, die sich neben ihrer normalen Tätigkeit archäologischer Themen annehmen und Untersuchungen, möglichst gratis, durchführen.

 

Zusammenarbeit von Archäolog*innen und Materialwissenschaftler*innen

 

Archäolog*innen sind dafür ausgebildet, Ausgrabungen durchzuführen und wissenschaftlich zu dokumentieren sowie die geborgenen Artefakte richtig zu beschreiben. Sinnvoll wäre es, wenn ausgebildete Materialwissenschaftler*innen in die Untersuchungen der Artefakte eingebunden wären, um ihre Expertise bezüglich Materialuntersuchungen und technologischer Prozesse einzubringen. Daher wäre anzustreben, dass auch Archäolog*innen am Arbeitskreis teilnehmen, um die diversen Themenkreise zu diskutieren.

Ziele

  • Diskussionsplattform von Materialwissenschaftler*innen mit Archäolog*innen aufbauen

  • Archäologie des Kupfers und seiner Legierungen: Untersuchungen und Auswertungen von Schlacken und metallischen Artefakten der Bronzezeit sollen Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden metallurgischen Prozesse ermöglichen

  • Archäologie des Eisens und seiner Legierungen: Aus der Eisenzeit über die Römer bis ins Mittelalter stehen viele Artefakte aus Stahl bzw. Gusseisen zur Verfügung, wobei in diesem Fall überwiegend Fragestellungen der Metallverarbeitung im Vordergrund stehen

  • Experimente zur Archäometallurgie: Um die metallurgischen Prozesse besser zu verstehen, können gezielte Experimente durchgeführt und werkstoffkundlich ausgewertet werden

  • Bei entsprechendem Interesse könnten die Themenbereiche auf Materialien wie z.B. Keramik, Glas ausgedehnt werden und auch die neuzeitliche Archäologie wäre einzubeziehen

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