Arbeitskreis des Fachausschusses Materialographie
Bauteilmetallographie

Die Bauteilmetallographie ermöglicht Gefügecharakterisierungen und Oberflächenuntersuchungen beinahe zerstörungsfrei und bietet annährend uneingeschränkte Einsatzmöglichkeiten. Die Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse ist hierbei schnell und flexibel. Alle Präparationsschritte erfolgen direkt am Bauteil und der Gefüge- und Schädigungszustand werden entweder direkt vor Ort oder über Abdrucktechniken erfasst. Der Arbeitskreis und ein jährlich veranstaltetes Fortbildungsseminar bieten Austauschmöglichkeiten und Hilfestellungen hinsichtlich Anwendung adäquater Präparationsverfahren, mikroskopischer Methoden sowie Analyse, Bewertung und Dokumentation der mikroskopischen Untersuchungsergebnisse. Hier werden Fachleute aus Industrie sowie die Zubehörhersteller mit Expert*innen aus Hochschulen und Universitäten zusammengebracht: bei Fachdiskussionen und im praxisnahen Erfahrungsaustausch.

In der betrieblichen Qualitätssicherung großer Maschinenbauteile, im Kraftwerksservice, Chemieanlagenbau und vielen anderen Industriebereichen kommt ambulanten metallographischen Prüfverfahren eine wichtige Rolle zu. Durch diese Art der Prüfung können nahezu zerstörungsfrei, ohne Probenentnahme, Aussagen zum Gefügezustand bzw. zu Gefügefehlern getroffen werden. Dies betrifft beispielsweise Bauteile des laufenden Betriebs, wie Rohre in Kraftwerken bzw. große Turbinenschaufeln oder Turbinengehäuse, bei welchen aufgrund der hohen Fertigungskosten eine zerstörende Probenentnahme ausgeschlossen ist. Für dieses Anwendungsfeld wurde die ambulante Metallographie, auch Bauteilmetallographie genannt, entwickelt. Hierbei wird keine Probe zum Labormikroskop im stationären Metallographielabor transportiert. Schleifen, Polieren und Ätzen erfolgen mit tragbaren Geräten direkt am Bauteil, die Gefügeuntersuchung wird mit portablen Mikroskopen vor Ort oder über Abdrucktechniken durchgeführt.

Die Schwerpunkte der Aktivitäten im Arbeitskreis und Fortbildungsseminar umfassen Grundlagen der Präparationstechniken und Vorbereitung einer ambulanten Untersuchung sowie den zusätzlichen ambulanten Prüfverfahren wie z.B. Funkenspektrometer zur chemischen Analyse oder mobile Härteprüfung. Darüber hinaus findet der Austausch in Bezug auf den aktuellen Stand der geltenden Richtlinien und Normung im In- und Ausland (z.B. VGB-S-517) statt. Im Fortbildungsseminar werden zahlreiche Beispiele durchexerziert und die Gefügeabdrücke an verschiedenen Werkstoffzuständen, an Fehlern und Rissen für unterschiedliche Werkstoffklassen anhand konkreten Beispielen aus der Praxis z.B. für die Gefügekontrolle großer Gasturbinenbauteile, an druckbeanspruchten und im Zeitstandbereich betriebenen Komponenten entnommen und bewertet.

Ziele

  • Das Hauptziel des Arbeitskreises Bauteilmetallographie ist die alljährliche Durchführung der gleichnamigen Fortbildung. Diese findet seit 2009 in den Räumen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin statt und blickt auf eine jahrelange Tradition zurück. Die Seminarinhalte werden durch verschiedene Referententeams aus unterschiedlichen Bereichen von Industrie und Forschung vermittelt.
  • Der Arbeitskreis und das Fortbildungsseminar bieten systematische Hilfestellung für die Erzielung einwandfreier Prüfergebnisse in der Bauteilmetallographie. Das Erreichen der verlässigen Resultate setzt eine optimale Präparation, die Beherrschung spezieller Arbeits- und Verfahrenstechniken sowie Handfertigkeiten voraus. Hinzu kommt die entsprechende Auswertung und Bewertung der erzielten Ergebnisse. Diese Kenntnisse werden in der gewerblichen metallographischen Berufsausbildung in der Regel nur sehr bedingt vermittelt, in akademischen Ausbildungsgängen ohnehin nicht. Sie müssen daher bei Bedarf "on the job" erlernt werden.
  • Der Arbeitskreis hat außerdem das Ziel, das Netzwerken in der Fachgemeinde zu unterstützen und eine Austauschplattform hierfür zu schaffen. Die Mitglieder des Arbeitskreises kommen aus unterschiedlichen Bereichen von Industrie und Wissenschaft und verfügen aufgrund ihrer unterschiedlichen Spezialgebiete und Hauptarbeitsfelder über ganz verschieden Erfahrungen, von denen alle Fachkolleg*innen profitieren können.
  • Im Arbeitskreis, vor allem aber auch im Fortbildungsseminar werden als aktiv Beitragende mehr und mehr auch die Metallographieausrüster vertreten sein, so dass Teilnehmer*innen und Interessierte professionelle Hilfestellung bei der Auswahl der geeigneten Präparationsgeräte sowie Zubehörmaterialien erhalten.
  • Schließlich möchte der Arbeitskreis mittels Fachdiskussionen und Erfahrungsaustausch dazu beitragen, bestehende Regelwerke mit Bezug zur Bauteilmetallographie fortzuschreiben und weiterzuentwickeln (z.B. VGB-TW 517).

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